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Ukraine : Separatisten greifen Flughafen an

Die Waffenruhe in der Ukraine ist brüchig. Nun sollen Separatisten den Flughafen von Donezk angegriffen haben. Gleichzeitig hat Moskau eigenmächtig einen zweiten Hilfskonvoi in die Ostukraine geschickt.

Ein zweiter russischer Konvoi hat in der Nacht die Grenze zur Ukraine passiert.
Ein zweiter russischer Konvoi hat in der Nacht die Grenze zur Ukraine passiert.Foto: AFP

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben einen Angriff prorussischer Separatisten auf den Flughafen von Donezk abgewehrt. Zahlreiche Rebellen unterstützt von sechs Panzern hätten am Freitag einen Angriff auf den Flughafen gestartet, der von den Soldaten abgewehrt worden sei, teilten die ukrainischen Streitkräfte am Samstag mit. Der Angriff ereignete sich demnach am Freitagabend gegen 19.30 Uhr Ortszeit. Für die Ostukraine gilt seit etwas mehr als einer Woche eine Waffenruhe, die bislang weitgehend eingehalten wurde. Beide Seiten hatten sich jedoch seit Inkrafttreten hin und wieder gegenseitig für Verstöße verantwortlich gemacht.

Neuer russischer Konvoi

In der vergangenen Nacht passierte unterdessen eine Kolonne von rund 200 Fahrzeugen nach Angaben des russischen Zolls bei der russischen Ortschaft Donezk die Grenze zwischen Russland und der Ukraine. Zur Ladung des Konvois gehören demnach Medikamente, Lebensmittel und Stromgeneratoren - alles in allem rund 2000 Tonnen Hilfsgüter. Eine Stellungnahme aus Kiew lag zunächst nicht vor. Bewohner von Lugansk begrüßten die mit russischen Fahnen geschmückten Fahrzeuge und manche weinten vor Freude, wie die Agentur Itar Tass meldete. „Damit hat Russland zum zweiten Mal die Verantwortung auf sich genommen“, kommentierte das Staatsfernsehen in Moskau. Ein erster russischer Konvoi mit mehr als 250 Lastwagen war am 22. August unter Protest Kiews ohne Erlaubnis der ukrainischen Behörden über die Grenze gefahren.

Das Rote Kreuz ist nicht dabei

Die russische Regierung hatte nach Beginn der Waffenruhe zwischen ukrainischem Militär und prorussischen Separatisten vor einer Woche weitere Hilfslieferungen für das Konfliktgebiet angekündigt.

Unklar war ukrainischen Medien zufolge, ob diesmal auch Beamte der Ukraine und Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an der Abfertigung der Lastwagen beteiligt waren. Das Internationale Rote Kreuz begleitete den Konvoi nach eigenen Angaben nicht.

Der erste Konvoi war umstritten

Moskau hatte Mitte August einen ersten Hilfskonvoi ohne Zustimmung der ukrainischen Regierung in die von prorussischen Rebellen kontrollierten Gebiete geschickt. Die Lastwagen hatten tagelang an der Grenze festgesteckt und erst am 22. August ihr Ziel erreicht. Die Ukraine und die Europäische Union verurteilten das eigenmächtige Vorgehen Russlands damals.

Waffenruhe sieht Hilfslieferungen vor

Eine Vereinbarung zwischen Kiew und den Separatisten vom vorvergangenen Freitag über eine Waffenruhe sieht vor, die notleidende Bevölkerung in
Donezk und Lugansk mit humanitärer Hilfe zu versorgen. Moskau hatte nach dem Zustandekommmen der Vereinbarung angekündigt, einen neuen
Hilfskonvoi in die Ostukraine zu schicken. dpa/AFP

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