Umfrage : Das Volk will Köhler

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger wünschen sich wieder Horst Köhler als Bundespräsidenten. Gesine Schwan, schon vor vier Jahren Köhlers Gegenkandidatin, sieht in den Umfragen dagegen nicht gut aus.

Horst und Eva Köhler
Eva und Horst Köhler. -Foto: dpa

Berlin Für die Wahl des nächsten Bundespräsidenten im kommenden Jahr spricht sich eine klare Mehrheit der Bürger für den Amtsinhaber Horst Köhler aus. Nach einer Umfrage des Instituts Infratest dimap für das ARD-"Morgenmagazin" würden 66 Prozent Köhler den Vorzug vor der möglichen SPD-Kandidatin Gesine Schwan geben. Die Präsidentin der Viadrina-Universität Frankfurt (Oder), die bereits vor vier Jahren Köhlers Gegenkandidatin gewesen war, kommt nur auf 18 Prozent. Mehrere SPD-Politiker hatten ihrer Partei eine Nominierung Schwans empfohlen. Auch bei den Grünen gibt es für sie Sympathien.

Dem ARD-"Deutschlandtrend" zufolge hält es eine Mehrheit für richtig, den Bundespräsidenten direkt vom Volk wählen zu lassen. Entsprechend äußerten sich 58 Prozent der 1000 Befragten. 38 Prozent lehnten dies ab.

SPD-Kandidatin als "einziges richtiges Signal"?

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) sagte der Zeitung "Die Welt" mit Blick auf die Möglichkeit, dass die SPD einen eigenen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt benennt: "Natürlich steht es einer großen Volkspartei zu, einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin für das höchste Amt im Staate zu nominieren. Die Entscheidung darüber ist eine politische, sie hängt nicht nur von den  Stimmenverhältnissen in der Bundesversammlung ab." Auch in der Vergangenheit habe es immer wieder die Wahl zwischen mehreren Kandidaten gegeben. "Die Aufstellung eines eigenen Kandidaten der Sozialdemokratie wäre insofern nichts Neues."

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels sagte in einem Interview mit der Online-Ausgabe des Magazins "Stern", eine eigene SPD-Kandidatin wäre "das einzig richtige Signal". Bartels sprach sich für Schwan aus und meinte: "Horst Köhler kann nicht unser Kandidat sein."

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Renate Künast, schließt einen Gegenkandidaten oder eine Gegenkandidatin zu Köhler nicht aus: "Sollten Union und FDP nach der bayerischen Landtagswahl ihre Mehrheit in der Bundesversammlung verloren haben, besteht die demokratische Pflicht, dass man miteinander die neue Lage besprechen muss", sagte sie der "Leipziger Volkszeitung". (mpr/dpa)

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