Umfrage : Deutsche haben wenig Vertrauen in die Demokratie

Die Bundestagsparteien scheinen ihren Job nicht besonders gut zu machen - laut einer Umfrage vertrauen ihnen nur 22 Prozent der Bürger. Die Polizei hingegen hinterlässt einen guten Eindruck, während sich die Demokratie mit dem Mittelfeld begnügen muss.

LeipzigNur 60 Prozent der Deutschen haben noch Vertrauen in die Demokratie der Bundesrepublik. Das geht aus repräsentativen Umfrage des Instituts für Marktforschung im Auftrag der "Leipziger Volkszeitung" hervor. Während in Westdeutschland noch 64 Prozent der Menschen an das Funktionieren der Demokratie glauben, sind es im Osten nur 44 Prozent. Dabei haben allerdings die 18- bis 29-Jährigen bundesweit mehr Vertrauen in das politische System, die soziale Marktwirtschaft und die soziale Sicherheit als die Älteren.

Die Marktwirtschaft wird von 48 Prozent der Bundesbürger als funktionstüchtig beurteilt. Während im Westen 51 Prozent der Befragten dieser Meinung sind, glaubt im Osten nur jeder Dritte an das Wirtschaftssystem. Noch geringer ist laut Umfrage das Vertrauen in die soziale Sicherheit. Rund 40 Prozent der Deutschen halten diese noch für garantiert. Im Osten sind 30 Prozent dieser Meinung, im Westen 43 Prozent.

Das größte Vertrauen genießt die Polizei. 85 Prozent sind der Meinung, dass die Polizeiarbeit funktioniert. Danach folgen der Flugverkehr mit 75 Prozent und die Fernsehberichterstattung mit 64 Prozent. 62 Prozent vertrauen der Justiz, 60 Prozent der Bundeswehr. Zeitungen halten noch 57 Prozent der Befragten für glaubhaft, bei Banken und Kirchen sind es 53 Prozent. Auf die Bahn setzen 49 Prozent der Bürger, auf das Kinderhilfswerk Unicef 42 Prozent. Die Gewerkschaften genießen bei 41 Prozent der Bevölkerung Ansehen. Der Bundesregierung vertrauen nur 38 Prozent und den Bundestags-Parteien gar nur 22 Prozent. Für die Umfrage wurden vom 7. bis 11. April 1006 Erwachsene in ganz Deutschland befragt. (sba/AFP)

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