Politik : Umfrage: Euro hat Zukunft Politbarometer deutet Stimmungsumschwung an

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Berlin - Die Deutschen gehen offenbar guter Dinge in die letzten Tage des Jahres. Das zeigt das aktuelle Politbarometer im Auftrag von ZDF und Tagesspiegel. Für 72 Prozent war 2013 ein gutes Jahr. Es herrscht Optimismus gleich in mehrfacher Hinsicht: bei der großen Koalition, beim SPD-Mitgliederentscheid, sogar beim Euro. Dieser wird erstmal seit Jahren wieder positiver wahrgenommen. Erstmals seit 2002, vermeldet die Forschungsgruppe Wahlen, habe im Dezember wieder eine Mehrheit der Deutschen eine positive Einstellung zur Gemeinschaftswährung. Nach jahrelangem Abwärtstrend seinen nun 55 Prozent für den Euro. 61 Prozent meinen sogar, er werde langfristig gesehen ein erfolgreiche Währung sein. Im Vorjahr waren es nur 49 Prozent. Der Anteil der Euro-Skeptiker fällt von 43 auf 30 Prozent.

Doch wenn man genauer hinschaut, ist das Jahresendbild weniger fröhlich bunt. Denn dass trotz relativ guter Arbeitslosenzahlen das Thema Arbeitslosigkeit mit 23 Prozent der Nennungen immer noch an erster Stelle steht bei der Frage, was die Befragten als das größte Problem empfinden - das deutet darauf hin, dass der Arbeitsmarkt in der Bevölkerung weniger rosig gesehen wird als in der Politik. Auch das am zweithäufigsten genannte Problem – Rente und Alterssicherung mit 17 Prozent - gehört zu den Anliegen, die derzeit für Verunsicherung sorgen. Eine große Mehrheit macht zudem eine gesellschaftliche Schieflage in Deutschland aus: Insgesamt 76 Prozent sehen in der Schere bei den Einkommens- und Vermögensunterschieden ein starkes oder sogar sehr starkes Konfliktpotenzial. 56 Prozent beobachten starke Konflikte zwischen Deutschen und Ausländern. 48 Prozent nehmen das Verhältnis von Arbeitgebern und Arbeitnehmern als belastet wahr. Einen Gegensatz zwischen Jung und Alt dagegen erkennen nur 30 Prozent, zwei Drittel machen hier keine Konflikte aus – trotz der laufenden Debatte um die künftige Rentenpolitik der möglichen großen Koalition.

Wäre am kommenden Sonntag schon wieder Wahl, dann sähe der Bundestag nicht viel anders aus als jetzt. Die Union könnte mit 42 Prozent der Stimmen rechnen, die SPD mit 25 Prozent. Die Linken würden bei zehn Prozent landen, die Grünen kämen auf neun Prozent. Albert Funk

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