Umfrage : Große Mehrheit will Abschied vom Soli

Knapp drei Viertel aller Bundesbürger spricht sich für die Abschaffung des Solidaritätszuschlages zur Finanzierung der Wiedervereinigung aus. Rund 40 Prozent sehen laut Forsa-Umfrage eine finanzielle Benachteiligung des Westens.

HamburgIn einer Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" sagten 73 Prozent der Befragten, der 5,5-prozentige Zuschlag auf die Lohn- und Einkommenssteuer sollte so bald wie möglich gestrichen werden. Nur 21 Prozent sind dafür, dass die Abgabe beibehalten wird.

Unterschiedliche Auffassungen gibt es allerdings zwischen West- und Ostdeutschland: Während 80 Prozent der Bürger in den alten Ländern diese Abgabe so schnell wie möglich loswerden wollen, möchten dies im Osten nur 45 Prozent. Ebenfalls 45 Prozent sagten, die Abgabe müsse weiter erhoben werden.

Osten sieht Westen nicht benachteiligt

Fast 18 Jahre nach dem Mauerfall haben der Umfrage zufolge 41 Prozent der Bürger den Eindruck, dass die alten Länder finanziell und wirtschaftlich vernachlässigt wurden. Im Westen denkt dies mit 45 Prozent fast jeder Zweite. Im Osten sieht nur jeder Fünfte (22 Prozent) eine Benachteiligung des Westens.

Gespalten sind die Westdeutschen in der Frage, ob die Ostdeutschen ihnen für die nach der Wende geleistete Hilfe dankbar sein sollten: 51 Prozent bejahten dies, 44 Prozent verneinten es. Die Ostdeutschen wissen die Unterstützung jedoch zu schätzen. Auf die Frage, ob sie den Westdeutschen für die Hilfeleistung dankbar seien, antworteten 56 Prozent mit Ja. 1001 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger wurden am 2. und 3. August befragt. (mit ddp)

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