Umfrage : Grünen-Spitze nach einem Jahr im Amt kaum bekannt

Auch ein Jahr nach Amtsantritt ist die Führungsspitze der Grünen den Deutschen weitgehend unbekannt. Selbst Anhänger der Partei tun sich mit den Namen schwer.

Wenig bekannt: Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag Katrin Göring-Eckardt und Anton-Hofreiter.
Wenig bekannt: Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag Katrin Göring-Eckardt und Anton-Hofreiter.Foto: dpa

Nach einem Jahr im Amt ist die neue Spitze der Grünen vielen Bürgern noch immer unbekannt. Selbst viele Anhänger der Partei verbinden nichts mit den Namen der neuen Führungsmannschaft, wie aus einer am Mittwoch vom Hamburger Magazin "Stern" veröffentlichten Forsa-Umfrage hervorgeht. Die Grünen kommen am Freitag in Hamburg zu ihrem Bundesparteitag zusammen, der bis Sonntag dauern wird.
Am schlechtesten schneidet beim Bekanntheitsgrad der Grünen-Spitze Parteichefin Simone Peter ab. Lediglich 37 Prozent der Deutschen gaben in der Umfrage des Forsa-Instituts an, schon einmal von ihr gehört oder gelesen zu haben. Selbst unter Grünen-Anhängern kennt mit 49 Prozent nur knapp jeder Zweite die 48-jährige Saarländerin. Der Ko-Vorsitzende Cem Özdemir wird nach sechs Jahren im Amt von immerhin 79 Prozent der Befragten erkannt und von 95 Prozent der Grünen-Anhänger.
Schlechte Werte ergeben sich für die neue Spitze der Grünen-Bundestagsfraktion. Lediglich 38 Prozent aller Befragten und (56 Prozent der Grünen-Anhänger) kennen Fraktionschef Anton Hofreiter. Die Ko-Vorsitzende Katrin Göring-Eckardt erreicht immerhin einen Bekanntheitsgrad von 65 Prozent insgesamt und 83 Prozent unter den Grünen-Anhängern. Die Thüringerin war Spitzenkandidatin ihrer Partei zur Bundestagswahl 2014 neben Jürgen Trittin. Der Partei-Linke, der kein offizielles Amt bei den Grünen mehr bekleidet, ist mit 86 Prozent deutlich bekannter als die aktuelle Spitze.

Parteitag der Grünen am Wochenende

Auf dem Hamburger Bundesparteitag wird die Partei über die Flüchtlings- und Klimapolitik beraten und sich erneut mit der Unterstützung von Pädophilen-Gruppen in der Gründungsphase der Partei befassen. Zur Abstimmung steht auch ein Positionspapier zum Freiheitsbegriff der Grünen.
"Freiheit erfordert Gerechtigkeit und eine sozial ausgleichende Politik, wenn sie nicht die Freiheit einiger weniger meinen soll", heißt es in der Vorlage des Bundesvorstandes. Darin wird auch allen neoliberalen Tendenzen eine Absage erteilt. "Wir wollen nicht die FDP beerben", sagte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. "Dieses bankrotte Erbe schlagen wir gerne aus." Bei den Beratungen in Hamburg über die Außenpolitik werden Kontroversen über die Rolle der EU im Ukraine-Konflikt erwartet. (AFP)

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