Umfrage : Israel: Große Mehrheit unterstützt Militäroffensive

Rückhalt in der Bevölkerung: Die gegen die radikalislamische Hamas gerichteten Luftangriffe im Gazastreifen werden von 95 Prozent der jüdischen Bevölkerung Israels unterstützt - die Beliebtheit von Verteidigungsminister Barak steigt. Unterdessen protestieren Tausende Palästinenser gegen Israels Offensive.

Jerusalem/RamallahDie Luftangriffe der israelischen Armee auf Ziele im von der radikalislamischen Hamas beherrschten Gazastreifen treffen laut einer am Freitag in der Zeitung "Maariv" veröffentlichten Erhebung bei 95 Prozent der jüdischen Bevölkerung Israels auf Unterstützung. Davon befürworten 80 Prozent das Vorgehen der israelischen Regierung ohne Vorbehalte. Die Beliebtheit des Vorsitzenden der israelischen Arbeitspartei, Verteidigungsminister Ehud Barak, hat unterdessen seit dem Beginn der Offensive im Gazastreifen deutlich zugenommen.

Laut der Umfrage gaben 44 Prozent der Befragten an, eine "positivere Meinung" von Barak zu haben. 48 Prozent gaben demnach an, ihre Meinung nicht geändert zu haben; 2,5 Prozent der Befragten beurteilten den Verteidigungsminister demnach negativer. Wenige Wochen vor der vorgezogenen Neuwahl am 10. Februar kommt die Arbeitspartei der Umfrage zufolge auf 16 Abgeordnete. Vor Beginn der israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen vor einer Woche lag die Partei in Umfragen noch bei zwölf Abgeordneten. Die konservative Oppositionspartei Likud sowie die regierende Kadima-Partei von Außenministerin Zipi Livni liegen demnach mit jeweils 28 Mandaten gleichauf.

Die israelische Armee bombardiert seit einer Woche Ziele im Gazastreifen, dabei wurden nach palästinensischen Angaben mehr als 400 Menschen getötet und fast 2000 verletzt. Nach UN-Angaben sind rund ein Viertel der Opfer Zivilisten.

Palästinenser protestieren gegen Israels Offensive

Zehntausende Palästinenser haben unterdessen im Westjordanland nach dem traditionellen Freitagsgebet gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen protestiert. Allein 3000 Anhänger und Sympathisanten der radikalislamischen Hamas demonstrierten in Ramallah. Demonstranten riefen unter anderem: "Wir opfern uns für Gaza" oder verbrannten israelische Flaggen. Es kam zu vereinzelten Zusammenstößen mit Anhängern der rivalisierenden Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Die Autonomiebehörde hatte zuvor vergeblich nicht autorisierte Demonstrationen verboten. Israel hat das Westjordanland bis in die Nacht zum Sonntag aus Sorge vor Ausschreitungen abgeriegelt.

Die Hamas im Gazastreifen hatte am Donnerstag alle Palästinenser zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen. Zugleich kündigte Hamas-Sprecher Ismail Radwan an, dass die Hamas ihre Operationen ausweiten und auch Selbstmordattentate unternehmen werde.

Die Hamas will damit Vergeltung für den Tod ihres Top-Führers Nisar Rian üben. Rian, dessen vier Frauen sowie elf seiner Kinder waren nach palästinensischen Angaben am Donnerstag bei einem israelischen Raketenangriff auf ein Wohnhaus im Flüchtlingslager Dschebalia im nördlichen Gazastreifen getötet worden. (jam/AFP/dpa)

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