Umfrage : Klare Mehrheit für Mindestlohn

Eine klare Mehrheit der Bundesbürger ist einer Umfrage zufolge für die Einführung von Mindestlöhnen. Kombilohn-Modelle hingegen stoßen bei den Befragten auf breite Ablehnung.

Köln - Auf die Frage, wie Menschen am ehesten geholfen werden kann, die trotz Vollzeitarbeit so wenig Geld verdienen, dass sie von ihrem Einkommen nicht leben können, plädieren knapp zwei Drittel (63 Prozent) dafür. Das ergab die Umfrage "ARD-DeutschlandTrend" im Auftrag der ARD-Tagesthemen.

Für den Mindestlohn plädierten Anhänger aller Parteien. Bei den Anhängern der Union und der FDP - die den Mindestlohn weitgehend ablehnen - waren es 56 beziehungsweise 53 Prozent. Hingegen waren nur 29 Prozent dafür, dass der Staat Arbeitnehmern mit sehr niedrigen Löhnen einen Zuschuss in Form des so genannten Kombilohns zahlt.

DGB fordert gesetzliche Regelung

Der Vorsitzende des Deutsche Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, forderte erneut die Einführung gesetzlicher Mindestlöhne. Eine bloße Ausweitung des erst für wenige Branchen geltenden Entsendegesetzes sei zwar notwendig, aber nicht ausreichend, sagte er der "Passauer Neuen Presse". Die Spitzen von SPD und Union wollen am 16. April bei einer Sitzung des Koalitionsausschusses erneut über das Thema Niedriglohn beraten.

Laut Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" will die SPD die Verhandlungen mit der Union über den in der Koalition umstrittenen Mindestlohn lieber scheitern lassen, als einen Kompromiss anzustreben. Der Vizekanzler und Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) wolle der Union noch vier Wochen Zeit geben, um auf die weit reichenden Forderungen der SPD beim Mindestlohn einzuschwenken. Sollte sich die Union nicht bewegen, werde die Forderung nach einem branchenübergreifenden Mindestlohn unter dem Slogan "Gerechter Lohn für gute Arbeit" zur zentralen Kampagne im nächsten Bundestagswahlkampf - regulär 2009 - gemacht, berichtete das Blatt unter Berufung auf ein angebliches Strategietreffen von SPD-Politikern. (tso/dpa)

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