Umfrage : Linkspartei im Saarland erstmals stärker als SPD

Zeitenwende im Saarland: Die Linke liegt in dem Bundesland mit ihrem Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine einer Umfrage zufolge erstmals vor der SPD. Ein kleiner Trost für die Sozialdemokraten: Bundesweit wurde der Abstand zur Linkspartei offenbar leicht ausgebaut.

BerlinNach der am Mittwoch veröffentlichten Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Magazins "Stern" würden sich bei der Landtagswahl im Herbst nächsten Jahres 24 Prozent der Saarländer für die Linke entscheiden und nur 23 Prozent für die SPD. Zum ersten Mal liegt die Linke damit in einem westlichen Bundesland vor den Sozialdemokraten.

Nach einer weiteren, bundesweiten Umfrage hat die SPD den Vorsprung zur Linken insgesamt jedoch leicht vergrößert. Demnach gewann die SPD einen Prozentpunkt auf 21 Prozent hinzu. Die Linke fiel in der Wählergunst um einen Punkt auf 14 Prozent. Bundesweit hatte die Linke in der Vorwoche mit 15 Prozent ein Rekordniveau erreicht und den Abstand zu den Sozialdemokraten gut ein Jahr vor der Bundestagswahl auf nur noch 5 Punkte verringert.

Bei einer Direktwahl läge Peter Müller vorne

Union und FDP kommen in der bundesweiten Forsa-Umfrage mit zusammen 50 Prozent knapp auf eine absolute Mehrheit. Für CDU/CSU würden - wie in der Vorwoche - 37 Prozent der Wähler stimmen. Die FDP legte 1 Punkt auf 13 Prozent zu, die Grünen blieben konstant bei 10 Prozent. Könnten die rund 800.000 wahlberechtigten Saarländer ihren Regierungschef direkt wählen, würden sich 36 Prozent für den derzeitigen Ministerpräsidenten Peter Müller (CDU) entscheiden. 23 Prozent sprachen sich für Lafontaine aus. Gerade einmal 14 Prozent würden SPD-Landeschef Heiko Maas ihre Stimme geben.

Insgesamt muss die CDU im Saarland allerdings mit herben Verlusten rechnen. Sie käme laut Umfrage auf 37 Prozent, rund 10 Prozentpunkte weniger als bei der letzten Landtagswahl 2004. Die FDP könnte der Befragung zufolge mit 7 Prozent der Stimmen rechnen, rund 2 Punkte mehr als 2004. Die Grünen müssten mit rund 5 Prozent um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Für die zwei repräsentativen Umfragen befragte Forsa in der Zeit vom 25. bis 29. August 1001 Bürger im Saarland und 2502 Bürger in ganz Deutschland. (mfa/dpa)

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