Umfrage "Politbarometer extra" : CDU liegt in Schleswig-Holstein vor der SPD

Vor der Wahl in Schleswig-Holstein am Sonntag sieht eine Umfrage die CDU leicht vorn. Für NRW wird gut eine Woche vor der Abstimmung ein Kopf-an-Kopf-Rennen prognostiziert.

Schleswig-Holstein: Wahlplakate der Spitzenkandidaten (l-r) Wolfgang Kubicki (FDP), Daniel Günther (CDU) und Torsten Albig (SPD) Foto: dpa
Schleswig-Holstein: Wahlplakate der Spitzenkandidaten (l-r) Wolfgang Kubicki (FDP), Daniel Günther (CDU) und Torsten Albig (SPD)Foto: dpa

Bei der Landtagswahl am Sonntag in Schleswig-Holstein zeichnet sich einer Umfrage zufolge ein knappes Rennen ab - mit Vorteil für die CDU. In dem am Donnerstagabend veröffentlichten „Politbarometer Extra“ von ZDF und Tagesspiegel liegt die CDU unverändert mit 32 Prozent vor der SPD, die im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt auf 29 Prozent einbüßt. Zum Wahlkampf-Endspurt kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag nach Schleswig-Holstein.

Zwei Tage vor der Wahl will die CDU-Bundesvorsitzende ihren Parteifreunden im Norden mit Auftritten in Eckernförde (15.00 Uhr) und Norderstedt (18.00 Uhr) den Rücken stärken. Erwartet wird, dass sich die Kanzlerin zu Verkehrsprojekten, Bildung und Flüchtlingspolitik äußert.

Nach den jüngsten Umfragen hätte die amtierende Regierung aus SPD, Grünen und SSW unter Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) keine Mehrheit mehr. Außer einer großen Koalition wären allein Dreierbündnisse aus SPD oder CDU mit Grünen und FDP möglich. Bei der letzten Landtagswahl 2012 hatte die CDU mit 30,8 Prozent knapp vor der SPD (30,4 Prozent) gelegen.
Die FDP legt um zwei Punkte auf 11 Prozent zu. Die Umfragewerte von Grünen (12 Prozent), AfD (6 Prozent) und Südschleswigschem Wählerverband SSW (3 Prozent), der von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommen ist, bleiben im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Die Linke büßt einen halben Prozentpunkt auf 4,5 Prozent ein. Viele (35 Prozent) sind der Umfrage zufolge noch unsicher, ob und wen sie wählen wollen.

Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, verfügt der SPD-Kandidat und Amtsinhaber Torsten Albig mit 43 Prozent (minus 3 im Vergleich zur Vorwoche) nur noch über einen Vorsprung von sieben Prozentpunkten vor seinem Herausforderer von der CDU. Daniel Günther kommt auf 36 Prozent (plus 5).

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zeigte sich bei seinem Wahlkampfabschluss im Norden am Donnerstag ungeachtet der auch bundesweit nachlassenden Umfragewerte zuversichtlich. „Als ich gewählt wurde, lag die SPD bei maximal 21 Prozent in den Umfragen. Jetzt liegen wir 100 Tage später bei 29, 30 Prozent. Wenn in den nächsten 100 Tagen die Entwicklung so weitergeht, bin ich zufrieden“, sagte Schulz am Donnerstag bei einer Zugfahrt von Kiel nach Lübeck.

Entscheidend für ihn sei, dass die SPD wieder an Selbstbewusstsein gewonnen habe. Die Wahl in Schleswig-Holstein an diesem Sonntag und eine Woche später in Nordrhein-Westfalen gelten nach der Saarland-Wahl auch als wichtige Bewährungsproben für Schulz.

In NRW kommen SPD und CDU auf je 32 Prozent

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen liegen SPD und CDU einer aktuellen Umfrage zufolge mit jeweils 32 Prozent gleichauf. Die FDP kann mit zwölf Prozent drittstärkste Kraft werden, wie ein am Freitag veröffentlichtes "Politbarometer Extra" von ZDF und Tagesspiegel ergab. Die Grünen kommen auf siebeneinhalb Prozent, Linke und AfD können mit jeweils sechs Prozent auf den Einzug in den Landtag hoffen.

Damit hätte die amtierende Koalition aus SPD und Grünen keine Mehrheit mehr. Rechnerisch möglich wären neben einer großen Koalition eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP und eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP. Eine Ampelkoalition wird jedoch von der FDP abgelehnt, ein Jamaika-Bündnis von den Grünen. Rot-Rot-Grün hätte der Umfrage zufolge derzeit keine Mehrheit.

41 Prozent der Befragten waren allerdings noch nicht sicher, wen oder ob sie am 14. Mai wählen wollen. Bei der Frage nach der Ministerpräsidentenpräferenz liegt Amtsinhaberin Hannelore Kraft mit 51 Prozent vor ihrem CDU-Herausforderer Armin Laschet, der auf 33 Prozent kommt.

Die Zufriedenheit mit der rot-grünen Landesregierung fällt bescheiden aus: Auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf kommt die NRW-Regierung nur auf einen Durchschnittswert von 0,4. Die SPD in der Regierung wird mit 0,8 eingestuft, die Grünen liegen mit minus 0,5 sogar im Negativbereich.

Die Arbeit der CDU-Opposition im Landtag wird mit 0,6 benotet, die der FDP mit 0,0 und die Arbeit der Piraten mit minus 2,9. Bei der Bewertung der Spitzenkandidaten liegt Kraft mit einem Durchschnittswert von 1,4 vorn. Laschet wird mit 0,8 bewertet, die Grünen-Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann mit minus 0,5 und FDP-Landeschef Christian Lindner mit 1,2.

Für das "Politbarometer Extra" befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zwischen Dienstag und Donnerstag 1032 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen. Die Befragung ist repräsentativ, der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent plus/minus drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent plus/minus zwei Prozentpunkte. (dpa/AFP)

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