Umfrage : Politbarometer: Leichter Aufwind für Union und SPD

Union und SPD können in der Wählergunst zu Jahresbeginn leichte Zuwächse verbuchen. Die derzeitige Kommunismusdebatte hat so gut wie keine direkten Auswirkungen auf das Wahlverhalten

Berlin - Wenn an diesem Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union im aktuellen Politbarometer auf 35, die SPD auf 29 Prozent, was jeweils ein Plus von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vormonat bedeutet. Grüne und Linke büßten leicht an Zustimmung ein, die FDP blieb unverändert bei 5 Prozent.

Für eine wie von der SPD geforderte Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf Einkommen ab 100 000 Euro von 42 auf 49 Prozent gäbe es eine klare Mehrheit: 62 Prozent aller Deutschen fänden das richtig, 33 Prozent dagegen nicht. Besonders hoch ist die Zustimmung bei den Anhängern der Linken mit 82 Prozent. Unter den eigenen, den sozialdemokratischen Anhängern sprechen sich 75 Prozent, bei den Grünen-Anhängern 74 Prozent dafür aus.

Ob Guido Westerwelle als FDP-Spitzenmann seiner Partei bei künftigen Wahlen eher nutzt oder schadet, darüber gehen die Meinungen auseinander. Während 50 Prozent der Befragten nicht glauben, dass die FDP mit einem anderen Parteichef bessere Wahlchancen hätte, meinen 44 Prozent, mit einem anderen laufe es besser. Dabei können auf Nachfrage allerdings 36 Prozent aller Befragten überhaupt keine personelle Alternative benennen. Unter den FDP-Anhängern sind 58 Prozent der Meinung, ein Wechsel an der Parteispitze bringe nichts.

Die derzeitige Kommunismusdebatte hat so gut wie keine direkten Auswirkungen auf das Wahlverhalten: Nach 58 Prozent im November fänden es jetzt 56 Prozent der Befragten schlecht, wenn die Linke bundesweit Regierungsverantwortung hätte. Dass die Linke mehrheitlich den Kommunismus anstrebt, vermuten 37 Prozent aller Befragten – 21 Prozent im Osten, 41 Prozent im Westen. 53 Prozent aller Deutschen glauben das nicht, von den Anhängern der Linken sogar 87 Prozent. Für das Politbarometer von ZDF und Tagesspiegel wurden von der Forschungsgruppe Wahlen vom 11. bis 13. Januar 1245 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch befragt. Tsp

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