Umfrage : SPD fällt auf schlechtesten Wert des Jahres

Deutschland-Plan, Deutschland-Reise: Kanzlerkandidat Steinmeier versucht Wähler zu gewinnen – doch die SPD ist weiter auf Talfahrt. Die Dienstwagenaffäre hat geschadet.

BerlinEiner Forsa-Umfrage zufolge, die von dem Magazin "Stern" und dem Fernsehsender RTL in Auftrag gegeben wurde, liegt die SPD derzeit nur noch bei 20 Prozent und erzielt damit das schlechteste Ergebnis in diesem Jahr. Im Vergleich zur Vorwoche verloren die Sozialdemokraten drei Punkte. Damit ist die Partei wieder bei jenem Wert angelangt, den sie zuletzt im August 2008, kurz vor dem Sturz des damaligen Parteivorsitzenden Kurt Beck, erzielte.

Steinmeiers Neulinge
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Schuld am Umfrage-Desaster ist laut "Stern" die Dienstwagenaffäre von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Auf deren Höhepunkt in der vergangenen Woche habe die SPD im Tageswert sogar nur eine Zustimmung von 16 Prozent gehabt. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte "stern.de", der Online-Ausgabe des Magazins: "Die Affäre hat alles aufgewühlt, was an Vorbehalten gegenüber der SPD schon da war: Unfähigkeit, weit weg von den Leuten, selbst die Gesundheitsreform war plötzlich wieder ein Thema und wurde negativ gesehen."

Die Entscheidung von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, Schmidt vorerst nicht in sein Wahlkampfteam aufzunehmen, halten nach der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage 65 Prozent der Deutschen für richtig. Gerade einmal 14 Prozent der Bürger glauben allerdings, dass die SPD mit diesem Schattenkabinett aus ihrem Tief kommt.

Laut Umfrage vergrößerte sich der Rückstand der SPD zur Union: Zwar fiel die CDU/CSU um einen Punkt auf 37 Prozent. Doch mit nunmehr 17 Punkten ist der Abstand zwischen den beiden Volksparteien so groß wie noch nie in diesem Jahr. Die kleinen Parteien profitierten von den Verlusten der großen: Die FDP stieg um einen Punkt auf 14 Prozent. Auch die Grünen gewannen einen Punkt, sie kletterten auf 13 Prozent. Die Linke verbesserte sich um zwei Punkte auf 11 Prozent. Für sonstige Parteien würden 5 Prozent der Wähler stimmen.

Der Vorsprung von Union und FDP blieb trotz der Verschiebungen unverändert: Gemeinsam kommen sie erneut auf 51 Prozent und liegen damit zum zweiten Mal in Folge sieben Punkte vor SPD, Grünen und Linkspartei, die zusammen 44 Prozent erreichen.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa 

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