Umfrage : SPD in keinem Bundesland mehr vorne

Bei der letzten Bundestagswahl im September 2005 war die SPD mit Bundeskanzler Gerhard Schröder noch in 12 von 16 Bundesländern stärkste Partei geworden. Unter Kurt Beck gelingt ihr das in keinem einzigen Land.

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Kurt Beck hat die SPD ins Umfragetief geführt. -Foto: dpa

Hamburg/Berlin Die Sozialdemokraten haben dramatisch in der Wählergunst verloren: In keinem der 16 Bundesländer wäre die SPD noch stärkste Kraft, wenn heute Bundestagswahl wäre. Das zeigt die Auswertung von Umfragedaten zur Bundestagswahlabsicht, die das Forschungsinstitut Forsa für das Magazin "Stern" in den vergangenen Wochen in den Bundesländern ermittelt hat. Danach liegen die Christdemokraten in 14 Ländern vorn, in Brandenburg und Sachsen- Anhalt ist es die Linke. 2005 war die SPD unter Schröder noch in 12 von 16 Bundesländern stärkste Partei.

Nach den am Mittwoch veröffentlichten Daten hat die SPD unter Führung von Kurt Beck in ihren Hochburgen fast jeden zweiten Wähler verloren. In Nordrhein-Westfalen sackte sie danach im Vergleich zur Bundestagswahl 2005 von 40 auf 23, in Niedersachsen von 43 auf 25 Prozent. Am heftigsten war der Absturz von 43 auf 23 Prozent in Bremen. In den neuen Bundesländern ist die SPD nur noch dritte Kraft hinter CDU und Linker. Lediglich in Brandenburg liegt sie bei 25 Prozent gleichauf mit der CDU auf Platz zwei, während die Linke auf 33 Prozent kommt.

Massive Verluste im Saarland

Im Saarland, wo die Genossen früher absolute Mehrheiten holten, wollen nur noch 16 Prozent die SPD wählen, weniger als in Bayern, wo die SPD auf 18 Prozent kommt. Die Linke käme dagegen an der Saar auf 29 Prozent. Sie tritt im nächsten Jahr mit dem früheren SPD-Vorsitzenden und saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine an der Spitze zur Landtagswahl an.

Bei der ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten wöchentlichen Forsa-Umfrage des "Stern" und des Fernsehsenders RTL (2000 Befragte vom 17. bis 20. März) bleibt die SPD bei ihrem Wert von 22 Prozent der vergangenen Woche. Dies ist der schlechteste Wert, den die Sozialdemokraten in der seit 1984 durchgeführten Umfrage dieses Instituts jemals erreichten. Die Union gewinnt 1 Punkt dazu und kommt nun auf 38 Prozent. Bei den übrigen Parteien gibt es im Vergleich zur Vorwoche keine Veränderungen. FDP und Grüne erzielen jeweils 11 Prozent, die Linke 14 Prozent. (küs/dpa)

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