Umfrage : Toleranz gegenüber Islam sinkt

Die Toleranzbereitschaft der Deutschen gegenüber dem Islam sinkt. Zu diesem Ergebnis kommem Demoskopen des Instituts in Allensbach. Danach meinen immer mehr Deutsche, dass zwischen Christentum und Islam ein "Kampf der Kulturen" im Gange sei.

Allensbach/Frankfurt - «Angesichts des diffusen Gefühls der Bedrohung und der vermuteten Intoleranz des Islam sinkt die Bereitschaft der Deutschen, ihrerseits Toleranz gegenüber dem muslimischen Glauben zu üben», stellen die Allensbacher Demoskopen in ihrer jüngsten Monatsumfrage für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» fest. Das Meinungsforschungsinstitut hatte für die Studie zwischen dem 28. April und dem 10. Mai rund 2000 Bürger befragt.

56 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass der Bau von Moscheen in Deutschland verboten werden sollte, wenn in manchen islamischen Ländern keine Kirchen gebaut werden dürfen. Auch erhebliche Eingriffe in das Grundrecht der Religionsfreiheit würden derzeit von einem großen Teil der Bevölkerung befürwortet. Immerhin 40 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu: «Um zu verhindern, dass es zu viele radikale, gewaltbereite Moslems in Deutschland gibt, sollte man die Ausübung des islamischen Glaubens in Deutschland stark einschränken».

Immer mehr Menschen in Deutschland sind nach der Umfrage auch der Meinung, dass zwischen Christentum und Islam ein «Kampf der Kulturen» im Gange sei. 56 Prozent vertreten diese Auffassung, während nur 25 Prozent gegenteiliger Meinung sind. Im Spätsommer 2004 betrug das Verhältnis noch 46 zu 34 Prozent. (tso/dpa)

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