Umfrage : Union verliert, FDP trumpft auf

Die Union kann laut einer Umfrage bei den Wählern immer weniger punkten und fährt das schlechteste Ergebnis sei 2006 ein. Das sorgt für Unmut in der Union. Die FDP setzt ihren Höhenflug dagegen ungebremst fort.

BerlinIm am Donnerstag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap erreichten CDU und CSU noch 32 Prozent. Das waren zwei Prozentpunkte weniger als im Vormonat und der schlechteste Wert seit November 2006.

Die SPD legte um zwei Punkte zu und kam auf 27 Prozent. Die FDP gewann gegenüber dem Vormonat einen Prozentpunkt und kam auf 17 Prozent. Dies ist der beste Wert, der je für die FDP im ARD-Deutschlandtrend gemessen wurde.

Die Grünen erreichten unverändert elf Prozent. Die Linke verlor einen Prozentpunkt und kam auf zehn Prozent. Damit ergäbe sich mit 49 zu 48 Prozent ein knapper Vorsprung von Union und FDP vor SPD, Grünen und Linkspartei.

Infratest dimap hatte den Angaben zufolge von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1500 Wahlberechtigte telefonisch befragt.

Schwache Unionswerte befördern interne Kritik am Kurs

Die schlechten Umfragewerte der Union heizen die interne Kritik an ihrem Wirtschaftsprofil wieder an. "Die Union muss ihr Profil wieder erkennbar machen", sagte der Vorsitzende der CSU-Mittelstandsunion, Hans Michelbach, dem Internetmedium "Handelsblatt.com". Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) verlangte von der Parteivorsitzenden, Bundeskanzlerin Angela Merkel, im ZDF aufzuzeigen, "was Union pur sein soll". Sein stellvertretende Landesparteichef Stefan Mappus beklagte im "Reutlinger General-Anzeiger", viele Menschen wüssten nicht, wofür die CDU stehe. "Und dass dann die Akzeptanz eher sinkt als steigt, ist eine konsequente Folge."

"Die CDU muss runter von der SPD-Rutschbahn in den Staatskapitalismus", forderte Michelbach. "Wir brauchen eine Rückbesinnung auf den vielfach in Vergessenheit geratenen Leistungsgedanken." Mappus sagte, er vermisse neben stärkerer Führung innerhalb der CDU vor allem einen klaren wirtschaftspolitischen Kurs seiner Partei. (imo/ddp/dpa)

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