Umfrage : Wählerflucht bei der FDP

Die Zustimmung sinkt: Wäre am kommenden Sonntag Wahl, käme die FDP einer Umfrage zufolge nur noch auf neun Prozent. Die Grünen sind dagegen im Zustimmungshoch.

BerlinDer FDP kommen nach der Debatte um eine Millionenspende aus der Hotelbranche die Wähler abhanden. Wie aus dem wöchentlichen Stern-Wahltrend des Forsa-Instituts hervorgeht, sackten die Liberalen in der Wählergunst gegenüber der Vorwoche um zwei Prozentpunkte ab. Sie erreichen jetzt neun Prozent. Zur Bundestagswahl hatten sich noch 14,6 Prozent der Wähler für die FDP entschieden.

Ganz anders stellt sich das Bild für die Grünen dar: Sie legten in der Umfrage um einen Punkt auf jetzt 16 Prozent zu – ein neuer Zustimmungsrekord. Die Union verbesserte sich um einen Punkt auf 36 Prozent. Keine Veränderung gab es für die SPD: Sie verharrte bei 21 Prozent. Die Linke liegt stabil bei 11 Prozent. Allerdings wurden die Bürger vor der Rücktrittsankündigung von Parteichef Oskar Lafontaine befragt. Für "sonstige Parteien" würden sieben Prozent der Wähler stimmen.

Forsa-Chef Manfred Güllner begründete im Stern die Ergebnisse damit, dass ein Teil der FDP-Abwanderer zur Union zurückgekehrt sei. Andere wiederum seien nun zu den Nichtwählern zu zählen. Der Zulauf zu den Grünen stamme überwiegend aus dem großen Reservoir der enttäuschten ehemaligen SPD-Wähler, sagte Güllner.

Die Schwäche der FDP hat auch Konsequenzen für die Zustimmung zu Schwarz-Gelb: Die Koalition liegt mit 45 Prozent nunmehr drei Punkte hinter einem möglichen rot-rot-grünen Bündnis, das zusammen auf 48 Prozent kommt.

Forsa hatte insgesamt 2500 Bundesbürger befragt. Die Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Prozentpunkten.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

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