Umfrage zu Chancengleichheit : Breite Mehrheit will gleiche Rechte für Flüchtlingskinder

Besonders im vergangenen Jahr sind zahlreiche Flüchtlinge nach Deutschland gekommen - unter ihnen viele Kinder. In einer Umfrage sprechen sich 69 Prozent für eine Verbesserung der Situation von Flüchtlingskindern aus.

Kinder in einer Willkommensklasse in Potsdam.
Kinder in einer Willkommensklasse in Potsdam.Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung wollen gleiche Rechte und Chancen für Flüchtlingskinder und in Deutschland geborene Kinder. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentliche repräsentative Umfrage von infratest dimap im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerks. Demnach sind 69 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die rechtliche und gesellschaftliche Situation von Flüchtlingskindern verbessert werden sollte. Das sind zwei Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Das Kinderhilfswerk kritisiert unter anderem, dass Flüchtlingskinder in Deutschland systematisch ausgegrenzt würden. Die Asylgesetze widersprächen an vielen Stellen der UN-Kinderrechtskonvention, erklärt Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Flüchtlingskinder sind in erster Linie Kinder und müssen dieselben Ansprüche auf Leistungen der bestehenden Sozialsysteme haben wie andere Kinder auch.“

Auch ein Unicef-Bericht war im Juni zu dem Ergebnis gekommen, dass Kinder von Flüchtlingen und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland ungleich behandelt werden. Vor allem die unterschiedlichen Standards in den einzelnen Ländern und Kommunen seien ein Problem, auch Zuständigkeiten nicht immer geklärt.

Mehrheit würde Flüchtlingskinder persönlich unterstützen

Die Umfrage des Kinderhilfswerks zeigt auch, dass eine Mehrheit der Bevölkerung (54 Prozent) sich dazu bereit erklärt, Flüchtlingskinder persönlich zu unterstützen. Auch das sind mehr als im Vorjahr - damals waren es 50 Prozent. Besonders die Anhänger der SPD (69 Prozent), der Grünen (67 Prozent) und der Linken (66 Prozent) zeigen Bereitschaft zu persönlichem Engagement. Auch Höhergebildete wären eher dazu bereit, sich einzubringen.

Knapp zwei Drittel (64 Prozent) sind der Ansicht, dass Gesellschaft und Staat viel oder sehr viel für Flüchtlingskinder tun. Besonders die Anhänger der FDP (76 Prozent) und der Union (75 Prozent) sind davon überzeugt.

Für die Umfrage wurden von infratest dimap deutschlandweit 1.008 Wahlberechtigte ab 18 Jahren befragt. (dpa)

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