Umfragen vor der Landtagswahl : Der Machtwechsel im Saarland wird zur Option

Gut eine Woche vor der Landtagswahl an der Saar holt die SPD auf. Doch ob die große Koalition unter CDU-Führung kippt, ist noch völlig unklar - die meisten Saarländer sind noch unentschlossen.

Die Konkurrenten: Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU, Mitte) und Anke Rehlinger (SPD) im Gespräch mit Oskar Lafontaine (Linke).
Die Konkurrenten: Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU, Mitte) und Anke Rehlinger (SPD) im Gespräch mit Oskar...Foto: Oliver Dietze/dpa

Eine reichliche Woche vor der Landtagswahl im Saarland legen Umfragen nahe, dass ein Machwechsel von der derzeit regierenden großen Koalition hin zu einem rot-roten Bündnis möglich sein könnte. Der Martin-Schulz-Effekt ist vor allem in einer Umfrage von Infratest dimap für die ARD ablesbar, die eine Steigerung der Saar-SPD im Vergleich zum Januar um acht Prozentpunkte auf 34 Prozent voraussagt. Die CDU verliert demnach drei Prozentpunkte und kommt auf 35 Prozent. Die Linke verliert zwar einen Prozentpunkt und erreicht 13 Prozent, was aber für ein rot-rotes Regierungsbündnis mit zusammen 47 Prozent reichen würde. Der CDU blieben zusammen mit der AfD, die auf 6,5 Prozent (minus 2,5 Prozentpunkte) kommt, insgesamt 41,5 Prozent. Eine komfortable Mehrheit hätte natürlich eine große Koalition, in der unter diesen Vorzeichen die SPD allerdings Juniorpartner bliebe.

Ein etwas anderes Bild zeigt sich beim Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen für ZDF und Tagesspiegel. Dort sieht es für die amtierende Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) besser aus. Die CDU käme im Politbarometer auf 37 Prozent, die SPD würde 32 Prozent erreichen. Die Linke kommt auf zwölf Prozent, die AfD auf sieben Prozent. Das würde einen Gleichstand von Rot-Rot auf der einen und CDU und AfD auf der anderen Seite bedeuten. In beiden Umfragen wären Grüne und FDP nicht im Landtag vertreten. Sollte beide oder eine der beiden Parteien doch noch die Fünf-Prozent-Hürde nehmen können, ergäben sich möglicherweise deutlich andere Machtverhältnisse. Zumal im Politbarometer 53 Prozent der Befragten angaben, sie wüssten noch nicht, ob und wen sie wählen wollen.

SPD-Kanzlerkandidat Martin-Schulz hatte ein rot-rotes Bündnis im Saarland nicht ausgeschlossen. Die derzeitige schwarz-rote Regierungskoalition war zustande gekommen, nachdem bei der vorgezogenen Landtagswahl im März 2012 die CDU 35,2, die SPD 30,6, die Linke 16,1, die Piraten 7,4 und die Grünen 5,0 Prozent der Stimmen erhalten hatten. In den jüngsten Umfragen spieln die Piraten keine Rolle mehr.

Im Politbarometer nach dem gewünschten Regierungsbündnis befragt, sprachen sich 43 Prozent der Saarländer für eine große Koalition aus, nur 13 Prozent hätten am liebsten Rot-Rot. Unter denen, die eine große Koalition wünschen, plädiert wiederum eine Mehrheit für ein solches Bündnis unter CDU-Führung (46 Prozent). 41 Prozent sähen lieber die SPD mit ihrer Spitzenkandidatin Anke Rehlinger an der Spitze einer solche Koalition.

CDU und SPD punkten sowohl mit ihrem Regierungshandeln als auch mit ihrem Spitzenpersonal. Beim Image der Kandidaten erreicht Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) auf der zwischen plus und minus 5 (sehr hohes bis sehr niedriges Ansehen) einen sehr guten Durchschnittswert von 2,4 (2012: 1,8). SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger bekommt mit 1,8 ebenfalls eine gute Note. Nachdem Oskar Lafontaine (Linke) jetzt weniger polarisiert als vor den beiden letzten saarländischen Landtagswahlen, kann er sich beim Image etwas verbessern - von minus 0,2 im Jahr 2012 auf jetzt plus 0,2.

 

 


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