Umfragewerte : Vier ist die Unglückszahl der SPD

Im ZDF-Politbarometer gibt es nur einen Verlierer: die SPD. Ihre Umfragewerte sanken um vier Prozentpunkte, während die vier anderen großen Parteien zulegen konnten. Wichtigste und beliebteste Politikerin bleibt Angela Merkel.

MainzDie Linke hat dem neuen ZDF-Politbarometer zufolge in der politischen Stimmung deutlich zugelegt, die SPD muss dagegen deutliche Einbußen hinnehmen. In der Umfrage kommen die Sozialdemokraten nur noch auf 30 Prozent und verlieren damit vier Prozentpunkte, während sich die Linke um ebenfalls vier Punkte auf zwölf Prozent verbessern kann. Leichte Zuwächse um jeweils einen Prozentpunkt verzeichnen auch die Union mit nunmehr 41 Prozent und die FDP mit sieben Prozent. Die Grünen kommen unverändert auf acht Prozent.

Bei der Beurteilung der Regierungsarbeit spiegelt sich laut ZDF in der Umfrage die von Beobachtern diagnostizierte Blockade innerhalb der Regierung wider: Zwar ist weiterhin eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent der Meinung, dass die Bundesregierung ihre Sache eher gut macht - das sind allerdings sieben Prozentpunkte weniger als noch vor drei Wochen. Entsprechend sind nun 33 Prozent (plus sieben) der Meinung, die Regierung erledige ihre Arbeit eher schlecht.

Die Liste der zehn wichtigsten Politiker führt weiterhin Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an, die auf der Skala von plus fünf bis minus fünf unverändert einen Durchschnittswert von 2,1 erzielt. Es folgen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit 1,8 (plus 0,1), Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit 1,3 (minus 0,1) und Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit 0,9 (plus 0,1). Gleichauf mit jeweils 0,8 liegen SPD-Chef Kurt Beck und Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD).

GDL bekommt Unterstützung der Bevölkerung

Laut der Repräsentativumfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen findet die Lokführergewerkschaft GDL für ihre Streiks derzeit deutlich mehr Unterstützung als noch Anfang Oktober. Aktuell halten 57 Prozent der Bundesbürger den Arbeitskampf für gerechtfertigt, das entspricht einem Plus von zwölf Prozentpunkten. 39 Prozent lehnen den Streik ab - Anfang Oktober war noch jeder zweite Befragte ein Gegner des Arbeitskampfs. 44 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass GdL und Deutsche Bahn gleichermaßen für den festgefahrenen Tarifkonflikt verantwortlich sind. 34 Prozent sehen die Hauptschuld bei der Bahn, 17 Prozent bei der Gewerkschaft.

Die deutsche Einheit findet auch 18 Jahre nach dem Mauerfall eine unverändert hohe Zustimmung: 83 Prozent meinen, dass die Wiedervereinigung auch aus heutiger Sicht richtig war, 14 Prozent halten sie für falsch. Unterschiedliche Auffassung bei West- und Ostdeutschen gibt es aber bei der Frage, wer am meisten von der Einheit profitiert hat: Während 55 Prozent der Westdeutschen Vorteile vor allem für den Osten sehen, liegt für 31 Prozent der Ostdeutschen der Hauptvorteil beim Westen. 37 Prozent der Befragten in Ostdeutschland geben an, Ost und West hätten gleich viel von der Einheit profitiert. Im Westen sind nur 21 Prozent dieser Meinung. (mit AFP)

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