Politik : Umgänglich, intelligent und eisern

Seine Mitarbeiter nennen Wesley K.(Kanne) Clark respektvoll "den Boss".Der grauhaarige, muskulöse und schlanke General hat Witz und gilt als umgänglich, doch sagt man dem 54jährigen auch einen eisernen Willen nach - er sei, so heißt es aus seiner Umgebung, genau der Richtige, um es mit Slobodan Milosevic aufzunehmen.Clark ist verantwortlich für die Umsetzung der angeordneten NATO-Angriffe auf serbische Ziele.

Clark schloß als Klassenbester die amerikanische Militär-Akademie West Point ab.Danach studierte er Politik, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften an der britischen Universität Oxford.Seine einschneidendste Erfahrung als junger Mann dürfte wohl der Vietnam-Krieg gewesen sein, in dem er als Infanterie-Soldat im Kampf verwundet wurde.

Genau wie der amerikanische Präsident Bill Clinton wuchs Clark in Little Rock im US-Bundesstaat Arkansas auf.Die beiden Männer begegneten sich jedoch erst viel später.Clark, der bereits in den 70er Jahren wegen seines politischen und diplomatischen Geschicks auf höchster Ebene geschätzt wurde, avancierte zu Clintons militärischem Bosnien-Berater.Als Kenner der Balkan-Problematik assistierte Clark dem US-Vermittler Richard Holbrooke bei den Dayton-Verhandlungen, die dem Krieg in Bosnien 1995 ein Ende setzten.Aus dieser Zeit ist ihm auch der jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic bekannt.Clark ist auch Kommandeur der noch in Bosnien stationierten etwa rund 30 000 Mann starken SFOR-Truppe.

Der Offizier, der Russisch spricht, hatte bis zu diesem Zeitpunkt bereits eine glänzende Karriere hinter sich.Er war Stabsoffizier bei der 1.Panzerdivision in Deutschland und Assistent des einstigen NATO-Oberfehlshabers Alexander Haig.Bevor er im Juli 1997 das Kommando im Hauptquartier der alliierten Streitkräfte in Europa im belgischen Mons übernahm, war er Befehlshaber des Kommandos Süd der US-Armee in Panama.Auch für den Posten des US-Generalstabschefs war er schon im Gespräch.Es scheint so, als handle Clark bisweilen energischer als sein Vorgänger bei der NATO, George Joulwan.Mehrfach ordnete er die Festnahme mutmaßlicher Kriegsverbrecher in Bosnien an, vor der Joulwan wegen der damit verbundenen Gefahr für die NATO-Truppen stets zurückschreckte.

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