Umstrittene Inszenierung : Zentralrat der Muslime geht nicht zu "Idomeneo"

Der "Idomeneo"-Inszenierung verweigern sich weitere Zuschauer aus den Reihen der Islamkonferenz. Auch der Zentralrat der Muslime verzichtet; Generalsekretär Aiman Mazyek wird die Aufführung nicht besuchen.

Berlin - Mazyek sagte dem Tagesspiegel am Sonntag: "Ich gehe sehr gern in die Oper und war und bin entschieden gegen die Absetzung von Idomeneo." In diesem Falle fühle er sich aber "politisch instrumentalisiert", sagte der Generalsekretär. "Ich gehe in die Oper, um mich zu entspannen und nicht, um Religion, Kunst und Politik in einen Topf zu werfen. Als Vertreter einer Religionsgemeinschaft bin ich weder Kunstkritiker noch zuständig für Geschmacksfragen. Auch für Politiker ist das übrigens nicht der richtige Job."

Mazyek ergänzte, auch die Vorstellung, die abgeschlagenen Köpfe von Mohammed oder Jesus beide gelten im Islam als Propheten auf einer Opernbühne zu sehen, mache ihn "natürlich nicht glücklich". "Würde man denn von einem katholischen Priester erwarten, dass er sich die Kreuzigungsszene des jüngsten Konzerts von Madonna antut?" Vor dem Zentralrat hatte bereits der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, abgesagt. Auch Kizilkaya ist Teilnehmer der Islamkonferenz. (Tsp)

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