Umstrittenes Atomprogramm : IAEA: Iran installiert neue Zentrifugen in Atomanlage Natans

Wenige Tage vor neuen Gesprächen des UN-Sicherheitsrats mit dem Iran zum Atomprogramm hat die Internationale Atomenergiebehörde bestätigt, dass der Iran mit der Installation neuer Zentrifugen zur Urananreicherung begonnen hat.

Irans Präsident Ahmadinejad besucht die Atomanlage in Natans.
Irans Präsident Ahmadinejad besucht die Atomanlage in Natans.Foto: dpa

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat Angaben des Iran bestätigt, wonach das Land mit der Installation neuer Zentrifugen zur Urananreicherung in der Atomanlage Natans begonnen hat. Die Aufstellung der Zentrifugen sei am 6. Februar aufgenommen worden, heißt es in einem am Donnerstag in Wien veröffentlichten IAEA-Bericht. Die USA bezeichneten das Vorgehen des Iran als „Provokation“.
Es sei das erste Mal, dass der Iran leistungsfähigere Zentrifugen als die bisherigen vom Typ IR-1 installiere, heißt es in dem IAEA-Bericht weiter. Die iranische Atombehörde hatte die Aufstellung der neuen Zentrifugen vom Typ IR-2 in Natans bereits in der vergangenen Woche verkündet. Demnach soll Uran mit den neuen Zentrifugen weiter bis auf fünf Prozent angereichert werden. Die bisher in Natans verwendeten Zentrifugen arbeiten aber langsamer als der neue Typ.
In ihrem Bericht stellt die IAEA fest, dass es in den Gesprächen mit dem Iran über das Atomprogramm keine Fortschritte gebe. Auch nach mehreren Treffen seit dem vergangenen Jahr sei es „nicht möglich, ein Dokument für eine strukturelle Herangehensweise fertigzustellen oder einen echten Ansatz in diese Richtung zu beginnen“. Die IAEA fordert einen freieren Zugang zu den iranischen Atomanlagen und den daran beteiligten Experten sowie zu Dokumenten.
Die US-Regierung reagierte scharf: „Die Installation neuer Zentrifugen würde eine neue Eskalation und eine fortgesetzte Verletzung der Verpflichtungen des Iran gemäß den Resolutionen des UN-Sicherheitsrates und der IAEA darstellen. Das wäre ein weiterer provokativer Schritt“, erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland. Auch die britische Regierung äußerte „ernste Sorge“ angesichts der Entwicklungen.

Für Dienstag sind in Kasachstan neue Gespräche der sogenannten 5+1-Gruppe aus den fünf ständigen Sicherheitsratsmitgliedern und Deutschland mit dem Iran zum Atomprogramm angesetzt. Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten.
Teheran weist die Vorwürfe zurück und pocht auf sein Recht auf die friedliche Nutzung der Atomenergie. Der Iran reichert nach eigenen Angaben Uran auf fünf Prozent an, was für die Stromproduktion ausreicht, sowie auf 20 Prozent für den Betrieb eines medizinischen Forschungsreaktors. Für den Bau von Atomwaffen ist eine Anreicherung auf 90 Prozent notwendig. (AFP)

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