Politik : Umtriebig im Unruhestand

Birgitta Fickers (dpa)

Wuppertal - Für den Begriff „Unruhestand“ als Kennzeichen einer umtriebigen Rentnergeneration scheint sie Pate gestanden zu haben. Trude Unruh, Gründerin des Seniorenschutzbundes „Graue Panther“, wird an diesem Montag 80 Jahre und denkt nicht ans Aufhören.

Noch immer ist die gebürtige Essenerin Bundesvorsitzende der Partei „Die Grauen“ und jeden Tag in ihrem Büro in Wuppertal. „Noch sind sie froh, dass sie mich auspowern können“, sagt sie. Trotzdem ist sie auf der Suche nach einem Nachfolger. „Eine Bewegung, die seit 30 Jahren besteht, kann doch nicht einfach mit mir aufhören.“ 1975 rief sie den Schutzbund „Graue Panther“ ins Leben, um etwas gegen das Siechtum in Pflegeheimen zu tun.

14 Jahre später gründete Unruh „Die Grauen“. „Ich hatte die Schnauze voll von den Parteien, ich wollte was bewirken.“ Zuvor war die Politikerin Mitglied in der SPD und machte schon hier als kämpferische Sozialpolitikerin auf sich aufmerksam. Nach fünf Jahren suchte sie eine neue politische Heimat in der FDP, dann bei der Grünen Aktion Zukunft, der Rentnerpartei und schließlich der Bürgerpartei. 1987 zog sie als Parteilose für die Grünen in den Bundestag ein. Zwei Jahre später schloss die Fraktion sie aus; Unruh behielt ihr Mandat aber bis zu den Wahlen 1990.

Ruhiger geworden ist die „Pantherin“, deren Gegner ihr oft einen „diktatorischen Führungsstil“ vorwarfen, nicht. Sie kämpft immer noch dafür, alte Menschen „so leben zu lassen, wie sie leben wollen“. Für ein Privatleben und Hobbys habe sie keine Zeit. Ihren 80. Geburtstag feiert sie mit einem Empfang in Berlin; anschließend dann auch mit ihren zwei Söhnen in Wuppertal.

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