Politik : UMTS-Erlöse: Grüne Sparkommissar Metzger (Kommentar)

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Erinnert sich noch jemand an das "rot-grüne Chaos"? Als es bei fast jedem Thema zwei Minister und drei Meinungen gab? Das ist lange her. Rote und Grüne beherrschen längst ihre Medienauftritte. Nur Oswald Metzger, grüner Haushaltsexperte, nicht. Weil die SPD eine Milliarde jener Zinsersparnis, die die 100 UMTS-Milliarden bringen, nicht auch noch zur Schuldentilgung verwenden will, hat Metzger die SPD-Fraktion angegriffen. "Eichels Nimbus als populärster SPD-Minister, der das Krebsgeschwür der Staatsverschuldung ausrottet, wird dahinschmelzen wie Butter in der Sonne" meint er. In solchem Metaphernsalat könnte man auch die vernünftigste Idee versenken, doch bei Metzger passt die atemlos aufgeregte Sprache zum Inhalt. Rot-Grün hat entschieden, die gesamten 100 Milliarden zum Abbau der Staatsschulden zu verwenden - obwohl man Teile davon auch für Wärmedämmung, das Bahnnetz, Bildung und andere sinnvolle Dinge ausgeben könnte. Metzger will mit Gewalt sparsamer als Eichel sein - daher der klägliche Versuch, Eichel gegen die SPD-Fraktion auszuspielen. Sein eifernder Ton verrät eine Kränkung: Sparen war eine grüne Idee, dann kam Eichel - und von Metzger redete niemand mehr. Doch gerade Sparkommissare müssen überlegt und neutral wirken. Wer mit Eifer sparen will, wie Metzger, wirkt nur geizig - oder ehrgeizig. Und eine grüne Partei, die vor lauter Sparen Wärmedämmung und Klimaschutz vergisst, macht sich überflüssig.

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