Politik : Umweltgipfel: Balkan setzt auf Naturschutz

Der rumänische Ministerpräsident Adrian Nastase hat zum Auftakt eines Umweltgipfels mittel- und osteuropäischer Staaten am Sonntag eine verstärkte Zusammenarbeit im Umweltschutz gefordert. Die meisten Länder der Region hätten die kommunistische Industrialisierung erlebt, die "keinen Respekt für die Umwelt kannte." Deshalb seien die Umweltprobleme nun auch überall ähnlich - und entsprechend problematisch. Eine neue Bedrohung für die Umwelt seien die militärischen Konflikte in der Region, insbesondere im ehemaligen Jugoslawien. Seit 1991 war es dort zu insgesamt vier Kriegen gekommen. Mehrere Länder hatten vor dem Gipfel bereits angekündigt, von der Nato Wiedergutmachung für Umweltschäden zu fordern, die durch Bombardements im Kosovo-Krieg entstanden waren.

Die Umweltschutz organisation World Wide Fund for Nature (WWF), neben der rumänischen Regierung ein Mitveranstalter, bekräftigte, dass damals die Zerstörung der Raffinerie in Pancevo und des Chemiewerks in Novi Sad die Donau nachhaltig mit Schwermetallen und Erdölprodukten verschmutzt habe.

Einigkeit herrschte bei der Tagung, dass die Umweltprobleme in der Region nur durch mehr entsprechende Investitionen gelöst werden können. Vertreter der Weltbank verlangten, dass zur Verwaltung entsprechender Gelder ein institutioneller Rahmen geschaffen werden müsse. Die Weltbank hat bereits Renaturierungsprogramme im Donaudelta finanziert.

An dem zweitägigen Gipfel nehmen Regierungschefs und Umweltminister aus 16 Ländern teil. Neben den Schäden des Kosovo-Krieges ist die Verschmutzung der Donau ein weiteres Schwerpunktthema. Unter dem Motto "Grünes Licht für Europa" sollen an zwei Tagen Beratungen über Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung in der Region stattfinden. Für Montag stand eine Konferenz von Staatschefs der Konferenzteilnehmerstaaten mit dem WWF-Ehrenvorsitzenden, Prinz Philip, dem Gemahl der britischen Königin, auf dem Programm. Erwartet wurden die Staatspräsidenten Rexhep Meidani (Albanien), Petar Stoianov (Bulgarien), Stipe Mesic (Kroatien), Boris Trajkowski (Mazedonien), Rudolf Schuster (Slowakei), Leonid Kutschma (Ukraine) und Vladimir Voronin (Moldawien).

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