Umweltschutz : Dienstwagen deutscher Politiker sind weiter Klimakiller

"Straßenpanzer", Klimakiller-Limousinen: Wie die Deutsche Umwelthilfe in einer Studie moniert, ist die Mehrheit der Dienstwagen deutscher Politiker nach wie vor übermotorisiert und verbraucht daher zu viel Sprit. Einige Politiker werden aber auch gelobt.

BerlinDer Geschäftsführer der Umwelthilfe, Jürgen Resch, forderte Bundes- und Landesregierungen auf, gesetzlich festzulegen, dass kein Dienstwagen künftig mehr als 140 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ausstoßen dürfe.

Die größten Klimakiller sind demnach die Autos von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) (348 g CO2/km), sowie der beiden FDP-Bundesminister Rainer Brüderle und Philipp Rösler mit jeweils 249 Gramm C02 pro Kilometer. Neun Ministerpräsidenten verweigerten der Umwelthilfe Auskunft.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) verlor im vergangenen Jahr einen Prozess gegen die Umwelthilfe und musste daraufhin seine Werte offenlegen. Mit seinem Audi A8 W12 quattro Langeversion mit einem Ausstoß von 324 Gramm CO2 pro Kilometer liege Rüttgers hinter Koch auf Platz zwei der Klimakiller-Limousinen, teilte der Verein nun mit. Die Motorleistung dieser "Straßenpanzer" reiche aus, um einen 40 Tonnen schweren Lkw jede Autobahnsteigung hinaufzubewegen, betonte Resch.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) und ihr Amtskollege und Parteifreund aus Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer, wurden hingegen für den niedrigen Schadstoffverbrauch ihres Dienstwagens gelobt. Beide lassen sich in einem BMW 730 Ld (180g CO2/km) chauffieren. Insgesamt sieht die Umwelthilfe "langsame Fortschritte" beim Umweltbewusstsein deutscher Politiker bezüglich des Spritverbrauchs. Einige Bundesminister hätten derzeit bereits umweltfreundlichere Dienstwagen bestellt.

Nicht berücksichtigt wurden bei der vierten Erhebung der Umwelthilfe den Angaben zufolge aus Sicherheitsgründen gepanzerte und deshalb schwerere Dienstfahrzeuge wie das von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). (ddp)

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