Politik : Umweltschutz: Ökologie bringt mehr Arbeitsplätze als Maschinenbau

Robert Ide

Umweltschutz schafft Arbeitsplätze. Diese These trägt Umweltminister Jürgen Trittin gerne vor. Nun hat er erstmals Zahlen, die seine These stützen. Mehr als 1,3 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland im Umweltbereich - so steht es im Jahresbericht 2000 des Umweltbundesamtes, den Trittin am Donnerstag in Berlin vorstellte. "Umweltschutz hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt", sagte der Minister erfreut. Im Maschinen- oder Fahrzeugbau seien weniger Menschen beschäftigt.

Trittin sieht sich durch den Bericht ermutigt, seine "ambitionierte Umwelt- und Klimapolitik" fortzusetzen. Von weiteren Umweltgesetzen verspricht er sich bis 2020 noch einmal 200 000 zusätzliche Arbeitsplätze, vor allem im Dienstleistungsbereich. Besonders bei den erneuerbaren Energien und bei der Wärmedämmung sieht Trittin Wachstumspotenziale - hier hatte die rot-grüne Regierung mit einer Energiesparverordnung und Förderprogrammen für Wärmedämmung eingegriffen. Trittin will die Stärkung des Umweltbereiches weiter forcieren, auch auf europäischer Ebene. So sollen in der EU die Regularien für den Umgang mit Chemikalien verschärft werden. Hersteller von Chemikalien müssen demnach die Ungefährlichkeit der Stoffe belegen. Auch giftige Stoffe in Innenräumen sollen stärkerer Kontrolle unterliegen.

Bei aller Kritik will sich der Minister nicht aus dem Konzept bringen lassen. Die Diskussion um eine Verschiebung der Abstimmung im Bundesrat zum umstrittenen Zwangspfand auf Getränkedosen sieht er gelassen. "Bis jetzt gibt es noch keine Mehrheit für eine Verschiebung", sagte er angesichts der Widerstände aus Nordrhein-Westfalen und Bayern. Wenn diese sich bis zum Beginn der Bundesratssitzung an diesem Freitag durchsetzen sollten, dann geht die Debatte um die Verpackungsverordnung allerdings in eine neue Runde. Und der Chef des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, hätte recht mit seiner Prognose: "Die Diskussion um das Dosenpfand ist eine der ältesten in Deutschland." Fortsetzung heute im Bundesrat.

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