Umzingelt : Rebellen vor Gaddafis Bastionen

Mögliches Versteck von Gaddafi umzingelt. – Nun beginnt die "Jagd" auf Angehörige des Nomadenvolks.

AFP/dpa

Kämpfer der neuen Führung in Libyen haben sich am Sonntag auf einen Angriff auf die Wüstenstadt Bani Walid vorbereitet, eine der letzten Bastionen von Muammar al Gaddafi. Die neue Führung erklärte die Verhandlungen mit Gaddafi-treuen Stammesführern um eine friedliche Übergabe von Bani Walid am Sonntag für gescheitert. „Ich überlasse es dem Kommandeur (der Kämpfer der Gaddafi-Gegner), mit dem Problem umzugehen“, sagte Verhandlungsführer Abdallah Kenschil vor Journalisten auf die Frage nach einem möglichen Angriff auf die Stadt. Die Kämpfer rückten auch weiter auf Gaddafis Geburtsstadt Sirte vor. Nato-Kampfflugzeuge griffen am Sonntag erneut Ziele in den verbleibenden Gaddafi-Hochburgen an. In Bani Walid trafen die Bomben der Militärallianz unter anderem ein Munitionsdepot.

Nach Angaben von geflüchteten Bewohnern haben viele Gaddafi-Kämpfer Bani Walid inzwischen verlassen und sich mit schweren Waffen in die Berge zurückgezogen. Mehrere Vertraute Gaddafis sowie sein Sohn Saadi sollen sich in der rund 180 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tripolis gelegenen Stadt aufhalten. Sie galt auch als mögliches Versteck von Gaddafi selbst.

Der Vertreter des Nationalen Übergangsrats in London, Guma al Gamati, sprach sich für den Fall der Ergreifung Gaddafis gegen einen Prozess vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag aus. Gaddafi müsse in Libyen der Prozess gemacht werden, sagte er dem Rundfunksender BBC.

Nach Angaben eines Tuareg-Vertreters machen die Kämpfer der neuen Führung in Libyen regelrecht Jagd auf Angehörige des Nomadenvolks. „Die Situation ist katastrophal“, sagte Ischak Ag Hassini der algerischen Zeitung „Al Khabar“. „Einige Tuareg haben Gaddafi unterstützt, aber nicht alle.“ Algerien müsse seine Grenzen zu Libyen öffnen, um den Tuareg eine Flucht zu ermöglichen.

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