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UN-Beobachtermission : Deutschland schickt bis zu zehn Beobachter nach Syrien

Deutschland beteiligt sich mit bis zu zehn unbewaffneten Soldaten an der Beobachtermission der Vereinten Nationen in Syrien. Bei einem Angriff auf ein Flüchtlingslager gab es Tote. Auch UN-Beobachter sind unter Feuer geraten.

Auch deutsche Soldaten sollen an der UN-Beobachter-Mission in Syrien beteiligt werden.
Auch deutsche Soldaten sollen an der UN-Beobachter-Mission in Syrien beteiligt werden.Foto: Reuters

Bis zu zehn unbewaffnete Soldaten wird Deutschland mit der Beobachtermission der UN nach Syrien schicken. Das beschloss das Bundeskabinett nach Angaben aus Regierungskreisen am Mittwoch in Berlin. Zunächst soll ein Stabsoffizier entsendet werden.

Bei Angriffen syrischer Truppen auf ein Flüchtlingslager und bei Hausdurchsuchungen in der Provinz Daraa sind Menschenrechtsaktivisten zufolge mindestens vier Menschen getötet worden. Die Regierungstruppen hätten am Mittwoch auf das Flüchtlingslager auf den von Israel besetzten Golanhöhen geschossen, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Drei Menschen seien getötet worden, darunter ein Kind.

In dem Lager sind palästinensische Flüchtlinge und Vertriebene aus Syrien untergebracht. In den vergangenen Monaten gab es in dem Flüchtlingslager immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Armee und Regierungsgegnern, wie auf Videos im Internet zu sehen ist.

Auch in der südlichen syrischen Provinz Daraa wurde ein junger Mann im Zuge von Hausdurchsuchungen und einer Reihe von Festnahmen durch die Regierungstruppen erschossen, wie die Beobachtungsstelle mitteilte. Sechs weitere junge Männer seien festgenommen worden.

Der blutige Aufstand gegen Assad in Bildern:

Blutiger Aufstand gegen Assad
18. Juli 2012: Assads Verteidigungsminister Daud Radscha wird bei einem Anschlag der Freien Syrischen Armee in Damaskus getötet.Weitere Bilder anzeigen
1 von 99Foto: AFP
18.07.2012 16:0418. Juli 2012: Assads Verteidigungsminister Daud Radscha wird bei einem Anschlag der Freien Syrischen Armee in Damaskus getötet.

In der nordwestlichen Provinz Idlib war zudem das Dorf Chan Scheichun am Mittwoch den Angaben zufolge Ziel von Angriffen der Armee. Dort war am Dienstag ein Konvoi von UN-Beobachtern attackiert worden, als dieser sich in der Nähe eines Beerdigungszuges aufhielt. Bei Angriffen auf die Trauernden wurden 20 Menschen getötet. Die Beobachter suchten bei Aufständischen Schutz und verbrachten dort auch die Nacht. Der Wagen des Teams war in Chan Scheichun im Norden des Landes von einem Sprengsatz getroffen worden. Von den Beobachtern wurde niemand verletzt.

Der norwegische Leiter der UN-Beobachtermission, Robert Mood, erklärte am Mittwoch, er habe mit den Kollegen in Chan Scheichun telefoniert. Sie seien in Sicherheit. Ein Sprecher des UN-Sondergesandten Kofi Annan erklärte, die sechs Mitarbeiter sollten noch im Verlauf des Mittwochs abgeholt werden.

Die Gewalt in Syrien im Zuge des Aufstandes gegen Präsident Baschar al-Assad hält bereits seit mehr als einem Jahr an. Trotz der Anwesenheit von mehr als 200 UN-Beobachtern, die eine offiziell geltende Waffenruhe überwachen sollen, gibt es zunehmend Kämpfe zwischen Armee und Deserteuren. Am Dienstag wurden landesweit 64 Menschen getötet, die meisten davon Zivilisten. (dpa/AFP/dapd)

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