• UN-Blauhelme greifen in Sierra Leone ein Zusammenstöße zwischen Regierungsanhängern und Rebellen

Politik : UN-Blauhelme greifen in Sierra Leone ein Zusammenstöße zwischen Regierungsanhängern und Rebellen

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Nairobi (chl). Der Wahlkampf in Sierra Leone ist am Wochenende in der Hauptstadt Freetown erstmals in Gewalt umgeschlagen. Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern der Regierungspartei SLPP von Präsident Ahmed Tejan Kabbah und Mitgliedern der Rebellenpartei (RUF-P) wurden mehrere Menschen schwer verletzt. Kabbah-Anhänger hatten auf die politischen Gegner Steine geworfen. Erst ein Einschreiten der UN-Blauhelme beendete die Ausschreitungen. UN-Schützenpanzer gaben Warnschüsse ab. Am Dienstag werden in Sierra Leone ein Präsident und das Parlament gewählt.

Der Vorfall ist ein Beleg für den zerbrechlichen Frieden in Sierra Leone, der nur durch die massive Präsenz einer UN-Truppe mit 13 500 Soldaten gesichert wird. Ebenso wie die UN tragen 360 britische Elitesoldaten zur Stabilität bei. Das an Diamanten, Gold, Bauxit und Öl reiche Land hat seit seiner Unabhängigkeit von den Briten 1961 vier Staatsstreiche, zwei Gegenputsche und fünf Putschversuche erlebt. Mit einer gut ausgebildeten Armee versucht der amtierende Präsident Kabbah, sich die Loyalität der Soldaten zu sichern. Da die Armee am Wahltag Sicherheit garantieren soll, durften die Soldaten in den Kasernen schon vorab wählen.

Der frühere UN-Mitarbeiter Kabbah war 1996 zum Präsidenten gewählt worden, danach per Putsch abgesetzt und 1998 mit Hilfe seines nigerianischen Freundes Sani Abacha und der westafrikanischen Eingreiftruppe Ecomog neu eingesetzt worden. Auch jetzt gilt der 71-Jährige als Favorit. Für die zur Partei gewandelte Rebellengruppe RUF kandidiert der Jurist Pallo Bangura, der die Wähler „um Verzeihung für die Grausamkeiten“ seiner Kameraden gebeten hat.

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