Politik : UN: Blockade von Gaza beenden Generalsekretär Ban appelliert an Israel

New York/Gaza/Jerusalem – UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Besorgnis über die Abriegelung des Gazastreifens durch Israel geäußert. Neben dem Anstieg der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern sei Ban besorgt angesichts der Entscheidung Israels, Grenzübergänge zum Gazastreifen abzuriegeln, über die auch humanitäre Hilfe in das Gebiet gelange, erklärte die Pressestelle des UN-Generalsekretärs am Freitag in New York. Diese Maßnahme behindere etwa die Lieferung von Treibstoff, der für den Betrieb von Wasserpumpen oder Generatoren gebraucht werde. Wenn die Situation andauere, werde die Schließung auch für weitere Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln, Medizin und Hilfsgütern in den Gazastreifen sorgen.

Der UN-Verantwortliche für humanitäre Hilfe, John Holmes, forderte ebenfalls die Öffnung der Grenzübergänge zum Gazastreifen. Die Abriegelung verschärfe die ohnehin schwierige humanitäre Lage in dem Palästinensergebiet weiter, sagte er.

Israel hatte den Gazastreifen am Donnerstagabend abgeriegelt, nachdem wieder verstärkt palästinensische Raketen in Israel eingeschlagen waren. Seit Dienstag landeten etwa 150 Raketen auf israelischem Gebiet, mehr als zehn Menschen wurden leicht verletzt.

Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen starben im selben Zeitraum mehr als 30 Menschen, die meisten von ihnen palästinensische Aktivisten.

Alle Grenzübergänge zum Gazastreifen blieben auf Anweisung von Verteidigungsminister Ehud Barak sowohl für Privatpersonen als auch für Hilfsgüter und Treibstofflieferungen geschlossen. Die international umstrittene Abriegelung soll nach Angaben eines Armeesprechers vorerst bis Sonntag gelten. Außerdem flog die Luftwaffe Angriffe gegen Ziele der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas, die den Gazastreifen seit Mitte Juni kontrolliert.

Bei einem israelischen Luftangriff wurden im Flüchtlingslager Dschabalia im Gazastreifen ein Palästinenser getötet und drei weitere verletzt. Nach Angaben einer israelischen Militärsprecherin sollen die Männer zuvor vom Gazastreifen Raketen auf Israel abgefeuert haben. Bei dem Toten handelt es sich nach palästinensischen Angaben um einen 16 Jahre alten, unbeteiligten Jugendlichen.

Im Flüchtlingslager Balata im Westjordanland tötete eine israelische Sondereinheit nach Armeeangaben einen gesuchten Führer der Al-Aksa-Brigaden, des militanten Armes der Fatah-Organisation von Abbas. Der 21 Jahre alte Ahmed Sanakra soll nach Angaben eines Militärsprechers an zahlreichen Anschlägen beteiligt gewesen sein. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar