Politik : UN-Experte Baum plädiert für deutsche Truppen im Sudan

Ulrike Scheffer

Berlin - Unmittelbar vor der Reise von Außenminister Joschka Fischer (Grüne) nach Sudan wird der Ruf nach einem internationalen Militäreinsatz in der Krisenregion Darfur lauter. Der FDP-Politiker Gerhart Baum, bis Mitte 2003 UN–Sonderberichterstatter für Sudan, hält das Konfliktmanagement der Afrikanischen Union für gescheitert. „Wir sind nur glaubwürdig, wenn wir eine eigene Beteiligung nicht ausschließen“, sagte er dem Tagesspiegel am Sonntag. Auch Deutschland sei gefordert, Soldaten und Hubschrauber zu entsenden, um Schutz und Versorgung von Flüchtlingen sicherzustellen. In der Region sind mehr als eine Million Menschen vor brutalen Milizen auf der Flucht, 10 000 Menschen wurden getötet.

Fischer bricht heute nach Sudan auf. Dem „Spiegel“ sagte er, er wolle den Druck auf Khartum erhöhen, die Vereinbarungen mit den UN umzusetzen und die Milizen zu entwaffnen. Ein direktes Eingreifen lehnt Berlin ab. Am Montag wollen auch die EU-Außenminister über Sudan beraten. Der Entwurf ihrer Erklärung sieht einen Friedensappell an alle Konfliktparteien vor.

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