Politik : UN-Flüchtlingswerk beklagt Zahlungsmoral der Geberländer

GENF/WASHINGTON (AFP). Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat erneut die Zahlungsmoral der Geberländer für die Kosovo-Hilfe beklagt und mehr Gelder gefordert. Das UNHCR sei "ständig gezwungen zu betteln", um seine Hilfsaktionen aufrechtzuerhalten, sagte Dennis McNamara, Sonderbeauftragter des UNHCR für Ex-Jugoslawien am Freitag in Genf. Falls nicht umgehend 234 Millionen Dollar bereitgestellt würden, seien die Hilfsprogramme in den kommenden Monaten gefährdet, ergänzte McNamara. Seit dem Ende der Angriffe auf Jugoslawien am 10. Juni sind nach Erkenntnissen des UNHCR 523 900 Vertriebene ins Kosovo zurückgekehrt. Er verstehe nicht, wie die Staaten vor dem Leid der Flüchtlinge im Kosovo ihre Augen verschließen könnten, ergänzte UNHCR-Experte McNamara. Am Donnerstag abend hatte der stellvertretende UN-Flüchtlingskommissar, Sören Jessen-Petersen, sein Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht, daß die internationale Gemeinschaft Unsummen für die Luftschläge ausgegeben habe, aber kaum bereit sei, für das Flüchtlingshilfswerk Mittel zu bewilligen.

Nach Erkenntnissen des UNHCR befinden sich noch immer 233 100 Kosovo-Vertriebene in Nachbarländern. Davon seien noch 142 900 in Albanien, 38 900 in Mazedonien, 30 300 in Montenegro und 21 000 in Bosnien-Herzegowina.

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