Politik : UN-Frauenkonferenz: Gewalt gegen Frauen ist ohne die Männer nicht zu beenden

Nitin Desai

Veranstalten Sie eine Tagung zu Fragen der Gleichstellung von Männern und Frauen, und die verschiedenen angesprochenen Einrichtungen werden mit großer Wahrscheinlichkeit eine Frau damit beauftragen, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Ungeachtet der jahrzehntelangen Arbeit und der vier Weltfrauenkonferenzen der Vereinten Nationen, wird eine einfache Wahrheit teilweise immer noch verkannt: bei den Bemühungen um eine Gleichberechtigung von Mann und Frau und bei der Förderung von Frauen handelt es sich nicht nur um Frauenfragen, sondern um grundlegende Fragestellungen jeder Gesellschaft, die sozialen Fortschritt und die Erfüllung der Menschenrechte anstrebt.

Daher sollte die heute beginnende Sondertagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen, "Frauen 2000: Gleichstellung der Geschlechter, Entwicklung und Frieden im 21. Jahrhundert" Frauen und Männer gleichermaßen beschäftigen.

Eines der wichtigsten Themen ist die grassierende Gewalt gegen das andere Geschlecht. Fragen wir uns selbst - können wir jemals diese Geißel beenden, ohne dass Männer daran mitwirken? Nicht nur Männer als Täter, sondern auch Männer, die gemeinsam mit Frauen Veränderungen herbeiführen wollen: Veränderung der Sichtweise, wie sich Männer und Frauen zu Hause und am Arbeitsplatz verhalten sollen; Veränderung der stereotypen Rollenbilder von Mann und Frau, welche Frauen auf untergeordnete Aufgaben beschränken und Männer glauben lassen, dass Gewalt ein akzeptabler Ausweg für nationale, soziale und persönliche Probleme sei.

Gewalt ist für jede Gesellschaft eine kostspielige Angelegenheit und Gewalt gegen Frauen hat ebenso ihren Preis - im zerstörten Leben von Frauen und Kindern und in der Zerrüttung von Familien, die, auf lange Sicht, ernste Konsequenzen für die Gesellschaft mit sich zieht.

Während der letzten fünf Jahre haben sich die Einstellungen enorm geändert: die Mehrheit der Menschen akzeptiert, dass die Zeit der stereotypen Vorstellungen über die Rollen der Geschlechter vorbei ist. Die Rollen von Mann und Frau werden im Zuge der Globalisierung und Vernetzung umgeformt. Niemand bestreitet, dass Gesellschaften nur dann überleben und sich weiterentwickeln, wenn alle Staatsbürger gleiche Chancen haben.

Die Welt hat große Fortschritte in so vielen verschiedenen Bereichen gemacht, dass wir manchmal allzu leicht glauben, dass alles zum besten ist. In Bezug auf Gleichberechtigung muss die Antwort lauten: Ja, es gab Fortschritte, doch es sind immer noch herkulische Kräfte nötig, um notwendige Veränderungen voranzutreiben.

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