UN : Grünes Licht für Kosovo-Verhandlungen

Der Weltsicherheitsrat hat grünes Licht für Verhandlungen über die politische Zukunft der südserbischen Provinz Kosovo gegeben. , Søren Jessen-Petersen, UN-Verwalter im Kosovo, sprach von einem "historischen Tag".

New York/Pristina - In einer formalen Erklärung stimmte das Gremium mit der Einschätzung von UN-Generalsekretär Kofi Annan überein, dass die Zeit gekommen sei, den Entscheidungsprozess über Kosovos Streben nach Selbstständigkeit einzuleiten.

Der Regierungschef des Kosovo, Bajram Kosumi, begrüßte die Entscheidung vom Anfang der Gespräche über den endgültigen Status der Provinz. «Ein unabhängiges Kosovo wird ein Beispiel einer zivilen Demokratie, der Ko-Existenz und Achtung der Menschenrechte sein», hieß es in einer Erklärung aus der Provinzhauptstadt Pristina.

Damit öffnet sich für die Bewohner Kosovos eine Perspektive der friedlichen Zukunft, meint Kosumi. Im Verhandlungsprozess soll ein Klima des Vertrauens geschaffen und die Meinungsverschiedenheiten und ungelösten Fragen zwischen Kosovo und Serbien überwunden werden. Das unabhängige Kosovo soll in seinen heutigen Grenzen bestehen, verlangte der Regierungschef. Die Provinz wird seit 1999 von der UN vewaltet. Serbien lehnt weiterhin eine Lostrennung der südlichen Region ab.

Dagegen hatte der serbische Regierungschef Vojislav Kostunica den Sicherheitsrat zuvor vor Fehlentscheidungen in der Kosovo-Frage gewarnt. Fehler bei der Festsetzung der staatsrechtlichen Zukunft der nach Unabhängigkeit strebenden südserbischen Provinz Kosovo könnten «langfristige Konsequenzen» für den Balkan und die ganze Welt nach sich ziehen, drohte Kostunica in New York.

Kostunica appellierte an den Rat, die Souveränität und territoriale Integrität der Föderation Serbien-Montenegro zu achten. Seine Regierung sei bereit, die Verantwortung für eine Lösung der Frage zu übernehmen. Belgrad sei offen für einen Kompromiss, der Kosovo «als Teil von Serbien» Autonomie einräumt.

Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy sprach sich in Paris für offene Verhandlungen über Kosovo aus, die den künftigen Status der von der UN verwalteten abtrünnigen Provinz Serbiens nicht vorbestimmen. «Es bestehen mehrere Optionen von großer Autonomie bis hin zu einer gewissen Form von Unabhängigkeit», sagte Douste-Blazy. Die Lösung müsse «so stark wie möglich im Konsens gefunden werden». (tso/dpa)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben