Politik : UN-Konferenz: "Würde der Frauen steht an erster Stelle"

Die Afghanistan-Konferenz hat am Dienstag mit einem Grußwort von Bundesaußenminister Joschka Fischer begonnen. Er sagte in seiner Rede im Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg bei Bonn:

"Afghanistan hat nunmehr eine große Chance zum Frieden und Wiederaufbau, die Chance zu einem einigen, unabhängigen Afghanistan. (...) Ich appelliere an Sie: Schließen Sie einen wahrhaft historischen Kompromiss, der das Schicksal Ihres geschundenen Landes und seiner Menschen dauerhaft und nachhaltig zum Besseren wendet. (...)

Die Staatengemeinschaft ist zu einer großen Anstrengung bereit. Sie verbindet damit klare Erwartungen: Erstens: Die Einigung auf verbindliche Regeln für einen friedlichen politischen Neuanfang und auf eine breite, ausgewogene Übergangsregierung. Zweitens: Die Achtung und den Schutz der Menschenrechte. Dazu gehört an vorderster Stelle, den Frauen ihre Rechte und ihre Würde zurückzugeben. (...)

Ein friedliches, stabiles Afghanistan ist die Voraussetzung für Frieden und Stabilität in der gesamten Region. (...) Die Sorge der internationalen Gemeinschaft gilt der Versorgung der Not leidenden Bevölkerung. Ein Erfolg dieser Konferenz muss deshalb auch ein dringend notwendiger Impuls zur Lösung der Sicherheitsprobleme sein. (...)

Wir werden uns vor allem auf die Wiederherstellung der Bildungseinrichtungen und Verwaltungsinfrastruktur und auf die Einbeziehung von Frauen und Mädchen in den Aufbau der Zivilgesellschaft konzentrieren. Wir wollen unter anderem die traditionsreiche, 1924 gegründete Amani-Oberrealschule in Kabul, an der bis in die 80er Jahre deutsche Lehrer unterrichteten, so schnell wie möglich wieder herrichten. (...)

Lassen Sie uns mit dem Übergang zu einer stabilen politischen Ordnung in Afghanistan auch in unserer bilateralen Partnerschaft ein neues Kapitel aufschlagen."

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