UN-Mission : Jung: Mehr als 1200 Soldaten in den Libanon

Nach zunächst genannten 1200 Mann soll Deutschland nun offenbar doch mehr Soldaten vor die Küste Libanons entsenden. Die konkrete Zahl hänge von den libanesischen Anforderungen ab, sagte Verteidigungsminister Jung.

Pristina - Die Bundesregierung rechnet mit einem größeren militärischen Engagement im Libanon als bisher öffentlich diskutiert. Die in Medien genannte Zahl von 1200 Soldaten sei "durch nichts bestätigt", sagte Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) bei einem Truppenbesuch im Kosovo. "Das deutsche Angebot geht von einer höheren Zahl aus." Die deutsche Marine soll die Absicherung vor der libanesischen Küste im Rahmen der UN-Friedenstruppe übernehmen.

Jung schränkte zugleich ein, dass die konkrete Einsatzzahl von der Anforderung der libanesischen Regierung abhänge, die noch nicht vorliege. Doch rechne er "bis Ende der Woche" mit Klarheit. Dann könnte das Kabinett am Montag über das Mandat entscheiden und sich der Bundestag ab Dienstag damit befassen, betonte Jung. In Bundeswehrkreisen geht man nach ddp-Informationen von einem Einsatz von 1500 Soldaten aus. Der Bundestag wird voraussichtlich am Freitag nächster Woche über den Einsatz entscheiden.

Der Minister verteidigte zugleich seine Äußerung, dass es sich im Libanon um einen "Kampfeinsatz" handele. "Ich will nicht, dass da ein falscher Eindruck entsteht", sagte der Minister unter Verweis auf das robuste UN-Mandat. Dieses gestattet auch das Aufbringen von Schiffen vor der libanesischen Küste gegen den Willen der Besatzungen, sollte Verdacht auf Waffenschmuggel besteht. Insofern habe die Friedensmission im Libanon für die Bundeswehr "auch etwas mit einem Kampfeinsatz zu tun." (tso/ddp)

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