UN-Naturschutzkonferenz : Gabriel fordert Finanzkonzept zum Artenschutz

Zwei Wochen lang beraten Experten in Bonn über den Erhalt der Artenvielfalt in der Welt. Für Umweltminister Gabriel ist der Schutz der Regenwälder und der dort lebenden Tiere eine Aufgabe, die nicht nur die Entwicklungsländer angeht.

demonstranten un konferenz
Demonstranten des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland protestieren vor der Konferenz gegen das Artensterben. -Foto: dpa

BonnBundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat

am Montag in Bonn

die weltweit größte und bedeutendste Naturschutzkonferenz des Jahres eröffnet. Rund 5000 Teilnehmer aus 191 Ländern wollen unter dem Dach der Vereinten Nationen in den kommenden zwei Wochen über den Erhalt der biologischen Vielfalt auf der Erde verhandeln. Wissenschaftler und Umweltverbände fordern ein entschlossenes Handeln der Völkergemeinschaft: Mit dem andauernden Verlust an ökologisch wichtigen Lebensräumen sowie von Tier- und Pflanzenarten steht ihrer Ansicht nach auch die Zukunft des Planeten auf dem Spiel.

Konkret beraten die Teilnehmer der Bonner Konferenz im Rahmen der UN-Konvention über Biologische Vielfalt von 1992, wie die Zerstörung von Wäldern und Meeren durch Schutzgebiete und andere Maßnahmen aufgehalten werden kann. Zudem soll es um die Finanzierung von Projekten gehen.

Gabriel sagte in seiner Eröffnungsrede laut Redemanuskript, dringend erforderlich sei eine Debatte darüber, wie der Erhalt der Artenvielfalt finanziert werden soll. Es sei zu einfach zu fordern, die Leute in den Entwicklungsländern müssten mit dem Abbau der Regenwälder aufhören. Wenn diese Menschen keine andere Möglichkeit aufgezeigt bekämen, wie sie sonst überleben könnten, würden sie so weitermachen wie bisher.

Pharmaunternehmen in der Kritik



Seit Inkrafttreten der Konvention im Jahr 1993 gelten Pflanzen- und Tierarten mit ihren Erbanlagen als souveränes Eigentum der Staaten, in denen sie vorkommen. Solche Erbanlagen sind vor allem für die Medizin-Produzenten interessant, die daraus Wirkstoffe und chemische Verbindungen herstellen können. Weltweit gibt es 1,7 bis 1,8 Millionen bekannte Pflanzen- und Tierarten, um deren Erhalt es geht.



Ein weiteres Thema ist die so genannte Biopiraterie und wie diese verhindert werden kann: Damit arme Länder nicht benachteiligt werden soll über Regelungen zur Nutzung von Tieren und Pflanzen und die gerechte Verteilung des Gewinns daraus verhandelt werden.

Die Entwicklungsländer sprechen von Biopiraterie, wenn etwa Pharmafirmen umsonst Heilpflanzen sammeln, um sich die Verwertungsrechte an den begehrten Wirkstoffen zu sichern.

Nicht zuletzt beschäftigt sich die Konferenz auch mit dem umstrittenen Biosprit und seinen Folgen für Ökologie und Ernährungssicherheit. (sf/dpa/ddp)

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