• UN-Schutztruppe: Noch ohne Plan: Das Einsatzkommando in Potsdam wartet auf Vorgaben der Politik

Politik : UN-Schutztruppe: Noch ohne Plan: Das Einsatzkommando in Potsdam wartet auf Vorgaben der Politik

Thorsten Metzner

Es gibt "keine konkreten Planspiele" zur Vorbereitung der Friedensmission in Afghanistan, sagt Oberst Karl-Henning Kröger. "Wir sind nicht der preußische Generalstab. Die Politik hat das Primat. Wir würden sonst ja militärische Tatsachen schaffen." Kröger ist der leitende Presseoffizier des neuen Einsatzführungskommandos für Auslandseinsätze der Bundeswehr in Potsdam-Wildpark. Es hat erst kürzlich - in Folge des 11. Septembers einige Wochen vor dem ursprünglich geplanten 28. Dezember - seinen Dienst aufgenommen. Seitdem wird hier bereits die Bundeswehr-Operation zur Unterstützung des Anti-Terror-Feldzuges der USA gelenkt.

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Zum Beispiel jene Transall-Flieger mit Versorgungsgütern für die US-Truppen in Afghanistan, die von Ramstein starten und bereits tausend Flugstunden absolviert haben. Eine Dienststelle mit 600 Soldaten, davon allein 200 Offiziere, ausgerüstet mit modernster satellitengestützter Kommunikations- und Verschlüsselungstechnik, die auch den Afghanistan-Einsatz deutscher Soldaten steuern wird.

Keine Planspiele? Noch sei schließlich nicht einmal bekannt, erklärt Kröger, wie groß das mögliche deutsche Kontigent überhaupt sein werde. Weder gebe es Beschlüsse des Bundestages, noch das nötige Abkommen mit Afghanistan. Denn natürlich laufen trotz der offiziellen Zurückhaltung längst Vorbereitungen auf Hochtouren, um gerüstet für den deutschen Part an der "International Security Assistance Force" zu sein, wie der offizielle Titel der bevorstehenden UN/Nato-Friedensmission in Afghanistan lautet.

"Wir prüfen, was möglich und verfügbar ist", formuliert Kröger. Und macht auch keinen Hehl daraus, dass es "die größte logistische Herausforderung für die Bundeswehr sein wird", nicht vergleichbar mit dem Einsatz auf dem Balkan. Nein, keine Details, allenfalls Andeutungen: Es müsse nicht unbedingt Infanterie sein. Die Bundeswehr habe "zwar den Ruf, dass ihr Geld fehlt, aber sie habe besondere technische Fähigkeiten". Auch der Transport der deutschen Friedenstruppe wäre gesichert. "Die Flugzeuge sind zwar alt, aber sie fliegen."

Erhöhte Alarmbereitschaft wird in der Potsdamer Führungszentrale, wenn der Befehl für den Afghanistan-Einsatz kommt, ohnehin nicht ausgerufen werden müssen. Zwar herrschen auch hier seit dem 11. September verschärfte Sicherheitsvorkehrungen, wacht - das gab es früher nicht - gleich hinterm Schlagbaum ein Soldat mit MPI im Anschlag, hinter Sandsäcken. "Wir brauchen gar keine höhere Bereitschaft, wir sind für 24-Stunden-Betrieb ausgelegt", sagt Kröger.

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