UN-Sicherheitsrat : Israel lehnt russischen Vorschlag ab

Israel hat die russische Initiative bei den Vereinten Nationen zurückgewiesen. Russland hatte in einem Entschließungsentwurf eine 72-stündige Waffenruhe im Südlibanon "aus humanitären Gründen" gefordert.

Jerusalem - "Das wäre eine sehr schlechte Lösung", sagte der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman am Freitag im israelischen Radio über den russischen Entschließungsentwurf. "Sie würde der Hisbollah erlauben, sich neu zu gruppieren." Der russische Vorstoß zeige vor allem, dass die Regierung in Moskau bei der Überwindung des Konflikts "eine unabhängige Politik" verfolgen wolle. Auch der US-Botschafter bei der Uno, John Bolton, reagierte verärgert auf den russischen Entwurf.

Russland ist eines der fünf ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat der Uno und hatte am Vorabend einen kurzen Entschließungstext vorgelegt. Darin wird eine 72-stündige Waffenruhe "aus humanitären Gründen" gefordert. "Im Libanon tobt ein Krieg, und die humanitäre Lage entwickelt sich zur Katastrophe", begründete der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin in New York das Vorgehen. Weil die Vereinigten Staaten und Frankreich sich bislang nicht auf eine Resolution geeinigt hätten, habe Russland nun eine eigene Entschließung vorgelegt.

Frankreichs Außenminister reist nach New York

Frankreich drängt unterdessen auf eine schnelle Einigung über eine UN-Resolution zum Libanon-Konflikt. Außenminister Philippe Douste-Blazy werde noch am Freitag nach New York reisen, um persönlich an den Verhandlungen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen teilzunehmen, teilte das Außenamt in Paris mit. Ziel sei es, "schnell zu einer Übereinkunft zu kommen", die den Konflikt beenden soll.

Der US-Gesandte David Welch traf in Beirut erneut mit dem libanesischen Ministerpräsidenten Fuad Siniora zusammen. Thema das Gesprächs war die geplante UN-Resolution. Es war Welchs dritter Besuch in der libanesischen Hauptstadt innerhalb einer Woche.

(tso/AFP)

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