• UN-Sozialgipfel: Annan fordert Kampf gegen Korruption in Entwicklungsländern - Bilanz fünf Jahre nach Kopenhagen

Politik : UN-Sozialgipfel: Annan fordert Kampf gegen Korruption in Entwicklungsländern - Bilanz fünf Jahre nach Kopenhagen

Zum Auftakt des UN-Sozialgipfels in Genf hat Generalsekretär Kofi Annan die armen Länder am Montag gemahnt, gegen korrupte Beamte und Vetternwirtschaft vorzugehen. Reiche Länder könnten nur dazu gebracht werden, Schulden zu erlassen und mehr Geld zu geben, wenn klar sei, dass dies wirklich den Armen zugute komme. "Es wird aber schwierig, wenn es Gründe zu der Annahme gibt, dass das Geld für den Kauf von Waffen verwendet wird oder dafür, den Lebensstandard der Eliten noch zu erhöhen", sagte Annan.

Auf der Sondersitzung der UN-Generalversammlung wollen Vertreter aus rund 180 UN-Staaten bis zum Freitag prüfen, wie die vor fünf Jahren auf dem Sozialgipfel in Kopenhagen gemachten Versprechungen zur Bekämpfung der Armut eingehalten worden sind. Nach einem UN-Bericht gibt es heute weltweit rund 150 Millionen unterernährte Kinder, wobei ihre Zahl in Afrika in den vergangenen zehn Jahren sogar gestiegen ist.

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sagte, die Industrienationen müssten ihren Agrar-Protektionismus aufgeben, durch den die Entwicklungsländer jedes Jahr 40 Milliarden Dollar verlören. Im Gegenzug sollten diese die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) für Vereinigungsfreiheit, gegen Zwangsarbeit und Kinderarbeit ratifizieren.

Die Vereinten Nationen, Weltbank, Internationaler Währungsfonds und die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) einigten sich zum ersten Mal auf gemeinsame Fristen zur Bekämpfung der Armut in der Dritten Welt. Danach soll der Anteil der in absoluter Armut lebenden Menschen bis 2015 im Vergleich zu 1990 halbiert werden. Die Säuglings- und Kindersterblichkeit soll bis zum selben Jahr um zwei Drittel zurückgehen.

Nichtregierungsorganisationen werfen dem Bericht "Einseitigkeit" vor. Die Vorgaben seien hauptsächlich an die Entwicklungsländer gerichtet, kritisierte Roberto Bissio, Sprecher von einem Netzwerk nichtstaatlicher Organisationen in 60 Ländern.

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