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UN-Syrien-Vermittler gibt auf : Annan begründet Rückzug mit mangelnder Unterstützung

Der Syrien-Sondergesandte Kofi Annan gibt auf. Er hatte versucht, zwischen beiden Seiten im syrischen Konflikt zu vermitteln. Nun erklärt er, dass er sein Mandat nicht weiter verlängern wird.

Wird nicht weiter in Syrien vermitteln: UN-Gesandter Kofi Annan.
Wird nicht weiter in Syrien vermitteln: UN-Gesandter Kofi Annan.Foto: AFP

Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan gibt sein Amt als Vermittler im Syrienkonflikt auf. Er begründete diesen Schritt mit mangelnder Unterstützung des UN-Sicherheitsrates und der internationalen Gemeinschaft.

„Ohne ernsten, entschlossenen und vereinten internationalen Druck, auch von den Mächten der Region, ist es mir wie auch jedem anderen unmöglich, an erster Stelle die syrische Regierung - und auch die Opposition - zu zwingen, mit den nötigen Schritten für einen politischen Prozess zu beginnen“, sagte Annan am Donnerstag vor Journalisten in Genf.

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Blutiger Aufstand gegen Assad
18. Juli 2012: Assads Verteidigungsminister Daud Radscha wird bei einem Anschlag der Freien Syrischen Armee in Damaskus getötet.Weitere Bilder anzeigen
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18.07.2012 16:0418. Juli 2012: Assads Verteidigungsminister Daud Radscha wird bei einem Anschlag der Freien Syrischen Armee in Damaskus getötet.

Der zunehmend mit kriegerischen Mitteln ausgetragene Konflikt und das „deutliche Fehlen von Einigkeit“ im UN-Sicherheitsrat habe die Bedingungen dermaßen geändert, dass ihm eine erfolgreiche Ausübung seines Mandats nicht mehr möglich sei. „Während das syrische Volk verzweifelt nach Taten verlangt, gehen die gegenseitigen Schuldzuweisungen im Sicherheitsrat weiter“, kritisierte Annan.

Annans Nachfolger an der UN-Spitze, Ban Ki Moon, teilte am Donnerstag „mit großem Bedauern“ mit, dass Annan sich zum Ende seines Mandates am 31. August von seiner Aufgabe als Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für Syrien zurückziehen wolle.

Bilder: Die Schlacht um Aleppo

Tage der Entscheidung in Syrien
Der Algerier Lakhdar Brahimi steht vor einer Aufgabe, an der zuvor schon Kofi Annan gescheitert war: Er soll im Auftrag der UNO zwischen den syrischen Aufständischen und dem Assad-Regime vermitteln.Weitere Bilder anzeigen
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17.08.2012 18:21Der Algerier Lakhdar Brahimi steht vor einer Aufgabe, an der zuvor schon Kofi Annan gescheitert war: Er soll im Auftrag der UNO...

Damit verzichtet Annan auf eine Mandatsverlängerung. Er sei Annan zu höchstem Dank für den selbstlosen Einsatz, für sein diplomatisches Geschick und das Ansehen verpflichtet, das er in das Amt mitgebracht habe, schrieb Ban.

(dpa)

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