UN-Vollversammlung : Karsai bittet Uno um Hilfe

Hilfegesuch an die Weltgemeinschaft: Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat angesichts der zunehmenden Gewalt in seinem Land um mehr Unterstützung beim Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte gebeten. Terroristen würden immer häufiger und brutaler zuschlagen.

Hamid Karsai Foto: dpa
Hamid Karsai bittet um Hilfe für den Aufbau seines Landes. -Foto: dpa

New YorkDie Stärkung der eigenen Armee und Polizei sei einer der Schlüssel für den erfolgreichen Kampf gegen den Terrorismus, sagte Karsai am Mittwoch bei der UN-Vollversammlung in New York. An die Vereinten Nationen appellierte er, eine stärkere Rolle bei der Koordinierung der internationalen Hilfs- und Schutzeinsätze zu übernehmen. Parallelstrukturen und überflüssige Mechanismen müssten vermieden werden.

Der UN-Sicherheitsrat hatte erst am Montag das Mandat für die Internationale Schutztruppe Isaf in Afghanistan um ein Jahr verlängert. Die Isaf hat die Aufgabe, für Sicherheit zu sorgen, aber auch beim Wiederaufbau funktionierender Staatsstrukturen zu helfen. Deutschland hat angekündigt, diese Aufgabe stärken zu wollen.

Attacken der Terroristen sind brutaler geworden

Karsai sagte, die Terroristen hätten ihre Attacken im vergangenen Jahr in Zahl und Brutalität deutlich ausgeweitet. Die Anschläge griffen wie ein Lauffeuer auf eine immer größere Region über. Während bisher vor allem Afghanistan destabilisiert werden sollte, seien nun auch Pakistan und Indien mitbetroffen. "Wir werden den Terrorismus sicher nicht in den Griff bekommen, ehe wir nicht die ausgefeilte institutionelle Unterstützung brechen, die die Terroristen in dieser Region genießen."

Weiteres Thema am zweiten Tag der Generaldebatte war die seit langem geplante Reform des UN-Sicherheitsrats. Portugal, Paraguay und Mexiko gehörten zu den Ländern, die einen schnellen Umbau des höchsten Entscheidungsgremiums forderten. Der slowenische Staatspräsident Danilo Türk schlug ein neues Modell vor. Danach solle das bisher 15-köpfige Gremium um zehn Mitglieder erweitert werden. Sechs von ihnen sollten den begehrten Status des ständigen Mitglieds bekommen. Bisher haben nur die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien dieses Privileg. (sba/dpa)

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