Unabhängiger Kosovo : Wahlsieger Thaci geht auf Konfrontationskurs

Der Sieger der Parlamentswahl im Kosovo, Hashim Thaci, strebt eine schnelle Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien an. Der Möglichkeit einer Föderation erteilte er eine klare Absage. In der EU ist man beunruhigt.

BrüsselHashim Thaci hat die Möglichkeit einer Föderation oder Konföderation mit Serbien zurückgewiesen. Das Kosovo werde nach dem 10. Dezember die Entscheidung zu seiner Unabhängigkeit fällen, "und dafür erwarte ich internationale Unterstützung", sagte Thaci in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Es ist jetzt die Zeit der Entscheidung, nicht weiterer Verzögerungen", betonte der frühere Untergrundkämpfer. "Wir können nicht warten, bis alle Staaten bereit sind, uns anzuerkennen."

Die Regierung werde das Ende der laufenden Verhandlungen über den künftigen Status der südserbischen Provinz unter der Leitung der Kosovo-Troika aus den USA, Russland und der Europäischen Union abwarten. Einen Kompromiss zwischen Kosovo und Serbien erwarte er jedoch nicht. Die Regierungsbildung stellte Thaci für vor dem 10. Dezember in Aussicht.

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn betonte am Montag nach seiner Ankunft zum EU-Außenministertreffen in Brüssel, dass alles getan werde, "um die Kosovaren zu überzeugen, keine einseitige Unabhängigkeitserklärung ohne Unterstützung der internationalen Gemeinschaft vorzunehmen". Sein schwedischer Kollege Carl Bildt, der in den 90er Jahren auf dem Balkan vermittelte, wies darauf hin, in der "zerbrechlichen" Region sei eine "weiche Landung" vonnöten, kein "großer Knall". "Das Kosovo ist de facto unabhängig von Serbien, aber ich glaube nicht, dass das Kosovo von der internationalen Gemeinschaft unabhängig sein möchte", sagte Bildt. (mit AFP, dpa)

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