Unami : Sicherheitsrat verlängert Irak-Mission

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Irak-Mission Unami am Freitag auf Empfehlung von Generalsekretär Kofi Annan um ein weiteres Jahr verlängert.

New York/Istanbul - Das Votum der 15 Ratsmitglieder erfolgte einstimmig. Das Gremium beschloss, nach Ablauf des Unami-Mandats am 10. August kommenden Jahres erneut über eine Verlängerung abzustimmen. Im Rahmen der Mission ist die UNO mit knapp 400 Mitarbeitern im Irak vertreten. Die meisten sind in der Hauptstadt Bagdad stationiert. Außenstellen gibt es im südirakischen Basra und in Erbil in den Kurdengebieten.

Mit dem Votum folgte der Rat einer schriftlichen Empfehlung von Annan. In einem Brief an die Ratsmitglieder hatte der Generalsekretär seine Bitte um Verlängerung mit Warnungen vor einer anhaltend schlechten Lage in dem Land verbunden. "Die Sicherheitssituation und die Lage der Menschenrechte vor Ort sind sehr Besorgnis erregend", schrieb Annan. Die Iraker seien "immer mehr von religiöser Gewalt bedroht".

Die Mission Unami war am 14. August 2003 vom Sicherheitsrat ins Leben gerufen worden. Wenige Tage später explodierte eine Bombe vor dem UN-Hauptquartier in Bagdad. Unter den 22 Toten war auch der damalige UN-Sondergesandte Sergio Vieira de Mello. Derzeit wird die UNO von dem aus Pakistan stammenden Sondergesandten Ashraf Jehangir Qazi vertreten.

Der irakische Vizepräsident Tarek el Haschemi distanzierte sich unterdessen von den Äußerungen des Präsidenten Dschalal Talabani, denen zufolge die irakischen Sicherheitskräfte bis Ende des Jahres die Kontrolle über das Land übernehmen könnten. "Ich glaube nicht, dass die Sicherheitsfrage bis Ende des Jahres perfekt sein wird", sagte er während eines Türkei-Besuchs dem Fernsehsender CNN-Türk. "Es wird ein, zwei Jahre dauern, die Sicherheitskräfte wiederaufzubauen, zu schulen und zu bewaffnen." (tso/AFP)

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