UNBEIRRBAR IN INDONESIEN : UNBEIRRBAR IN INDONESIEN

In Indonesien ist es streng verboten, dass Schwule Hochzeitsfeiern abhalten. Schon ganze Hochzeitsgesellschaften sind festgenommen und die Ausländer in Auslieferungshaft gesteckt worden. Das hielt uns als Freunde eines schwulen Paares aber nicht davon ab, dort eine zweiwöchige, großartige Hochzeitsparty mit den beiden feiern zu wollen. Streng geheim und im festen Vertrauen, dass alles gut gehen würde. Wenige Wochen vor dem geplanten Fest aber überraschten uns die Meldungen von antichinesischen Unruhen. Ein gewalttätiger Mob wütete genau dort, wo wir

feiern wollten. Andere Urlauber flüchteten panisch. Sollten wir trotz der Gefahr fliegen? Dass in Indonesien keine Schwulenhochzeiten gefeiert werden dürfen, war dagegen für uns kein Hinderungsgrund. Wir hatten eher das

Gefühl, der Regierung in dieser Hinsicht ein Schnippchen schlagen zu können. Nach Diskussionen waren auch die Unruhen kein Hinderungsgrund mehr. Wir alle hatten uns so auf das Zusammentreffen gefreut, dass eine Absage nicht infrage kam. Zwar sahen wir Risiken, aber sie schienen beherrschbar. Auch wegen ortsansässiger Freunde, die die Gefahr einschätzen konnten und selber einen Schutz darstellten. Als dann die Polizei erfuhr, dass tapfere

Urlauber trotz der Krawalle ins Land kommen und irgendeine große Feier abhalten, stellte sie eine Wache vor dem Anwesen auf, damit sich die Gäste sicher fühlen. So beschützte sie nichts wissend ausgerechnet eine Hochzeitsfeier von Schwulen. Andreas Oswald

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