Politik : und keiner geht hin (Kommentar)

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Während einige Frauen mit Macht in die Bundeswehr drängen und nebenbei auch noch Rechtsgeschichte schreiben, ist eine Karriere bei der Truppe für die Männer offenbar immer weniger erstrebenswert. Zeitsoldat werden - diese Berufsentscheidung trifft sich in Zeiten, da gefahrvolle Auslandseinsätze zur Wirklichkeit beim Bund geworden sind, nicht mehr so leicht. Zwar muss sich die Bundeswehr nicht ernstlich sorgen, dass ihr demnächst die Offiziersanwärter ausgehen. Aber der Trend ist da: Seit 1997 wollen sich immer weniger verpflichten. In Zeiten, da viel über die Verkleinerung der Bundeswehr und den Abschied vom Territorialheer diskutiert wird, wäre das nicht weiter tragisch. Nur sind ausgerechnet die Berufssoldaten diejenigen, die bei dieser Umstellung eigentlich gefordert sind. Europas "Schnelle Eingreiftruppe", mobile Kampfverbände, die Auseinandersetzung mit neuen Krisenherden in und um Europa herum - aus diesen ehrgeizigen Zielen werden zwangsläufig Blütenträume, wenn Krieg ist und tatsächlich keiner hingeht. Der Arbeitskräftemarkt hat auf die unklaren Aussagen der Politik darüber, wie die Bundeswehr der Zukunft aussehen soll und welche Rolle die Wehrpflicht dabei überhaupt noch spielen kann, schon reagiert. Ob wehrpflichtige "Staatsbürger in Uniform" oder länger dienende: Sie sollten demnächst von der Politik erfahren, worauf sie sich einstellen dürfen.

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