Politik : Und was mache ich jetzt? Von Axel Hacke

-

Eine gute Nachricht aus der Tierwelt, könnten wir bitte eine gute Nachricht aus der Tierwelt haben? Danke, hier: „Sex ist gesund – Zoologen machen erstaunliche Entdeckung bei Graumullen.“ Der Graumull ist ja nun ein Grabetier, lebt unter der Erde mit seinesgleichen zusammen und ist ein naher Verwandter des Nacktmulls, welcher viele Menschen rein optisch an einen Schniedelwutz mit Zähnen erinnert, wohingegen der Graumull grau und kurz behaart ist, ein bisschen sieht er aus wie Heiner Lauterbach mit Überbiss, aber von hinten, vorne hat Heiner keine Haare auf dem Kopf.

Übrigens scheint er, Lauterbach, der Ansicht zu sein, Sex sei ungesund, denn er hat sein diesbezügliches Programm erheblich reduziert, wie wir alle, aber wirklich alle wissen – aus Furcht, er könne vor der Zeit im Whirlpool dahinblubbern? Wo waren wir? Beim Graumull.

Der Graumull lebt, wie gesagt, unter der Erde, was die Untersuchung seines Sexualverhaltens nicht einfacher macht. Über seinen Cousin, den Nacktmull, wissen wir, der Akt selbst entbehre nicht gewisser Plumpheit, weil das Männchen sich mit kurzen Beinchen nicht lange auf dem Weibchen halten könne – ein Problem, das der Mull mit dem Pinguin teilt, aber besser als jener zu lösen weiß: „Um häufiges Abrutschen zu vermeiden, finden Paarungen meist in engen Gängen statt“, lesen wir in einer Facharbeit. Die unterirdische Lebensweise hat ihre Vorteile.

Nun lebt der Mull, ob grau, ob nackt, in einer Sozialstruktur, die jener der Bienen ähnelt, einer Art Mull-Verband, das heißt: Nur die Königin und einige Auserwählte amüsieren sich (wir sprechen, einer Meldung der Tageszeitung „Die Welt“ zufolge, von täglicher Kopulation), die anderen graben dafür Gänge. Oder sie verteidigen den Mullbau gegen Schlangen. Da kommen wir zur Eingangsthese: Forscher der Universität Duisburg-Essen haben bei Untertage- Beobachtungen (in wunderbar-besonderer Fortführung der Bergbau-Tradition dieser Gegend) festgestellt, dass Sex- Tiere 20 Jahre alt werden, während jene, die nie Geschlechtsverkehr haben, es nur auf die Hälfte bringen – eine Tatsache, die unter Arbeitsmullen seit je beklagt wird, sich aber nie ändern ließ.

Zur Hauptfrage: Ist das Ergebnis auf Menschen übertragbar? Bisher wussten wir nur von gegenteiligen Resultaten im Tierversuch. Kein Männchen der Beutelbreitfußmaus überlebt seine erste Saison als geschlechtlich aktives Wesen, ja, das Weibchen der Gottesanbeterin frisst schon den Vorderleib des Männchens, während der Hinterkörper noch in der Begattung begriffen ist – eine Beobachtung, die viele deutsche Männer vorsichtig sein ließ und niedrige Geburtenraten erklärt. Nun sieht die Sache anders aus.

Ein Rat? Vor Frühlingsbeginn nichts überstürzen und weitere wissenschaftliche Arbeiten abwarten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben