Politik : Und was mache ich jetzt? Von Axel Hacke

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Die Deutschen sterben aus. Im „Spiegel“ steht: Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Institutes für Bevölkerung und Entwicklung, fordere Folgendes, um das zu verhindern: Man müsse die Verantwortung der Männer für die Kindererziehung fördern, Eltern beim vorübergehenden Rückzug aus dem Beruf unterstützen (aber nur für kurze Zeit), Unternehmen Anreize geben, sich familienfreundlicher zu verhalten und flächendeckende Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr garantieren. Klingholz: „Wo mehr Kinder unter drei Jahren betreut werden können, gibt es mehr Kinder.“ Siehe Skandinavien.

Klingt alles sehr vernünftig.

Hier nun aber in Kürze einige der hervorragendsten Beiträge aus der Debatte der vergangenen Woche, das Elterngeld betreffend.

Der CSU-Politiker Ramsauer verspottet den Versuch der Familienministerin, Männer für kurze Zeit zu bewegen, sich um den Nachwuchs zu kümmern, als „Wickelvolontariat“. Der „Bild“-Kolumnist Wagner schreibt, Frau von der Leyen wolle, „dass der Mann Brüste bekommt“, für ihn sei die Einführung eines Elterngeldes unter der Bedingung, dass Vater und Mutter sich die Baby-Arbeit teilten, eine „Entmannung“.

Viele Zeitungen fassen ihre Berichterstattung über den Familienbericht der Regierung unter der Überschrift zusammen, die deutschen Mütter seien faul, ihre Freizeit sei ihnen wichtiger als die Hausarbeit, statt zu arbeiten würden sie sich lieber dem Vergnügen hingeben – alles Behauptungen, die sich im Familienbericht nicht finden, was aber keinen Berichterstatter richtig zu stören scheint.

Eva Herman, „Tagesschau“-Sprecherin und Moderatorin, erklärt in „Cicero“ die Frauen-Emanzipation für gescheitert und schreibt von der „Gnade“ der „schöpfungsgewollten Aufteilung“, wonach der Mann zur Jagd bzw. zur Arbeit gehe, die Frau hingegen sich um Heim, Herd und Kinder kümmere sowie dem Mann „durch weibliche Fähigkeiten wie Empathie, Verständnis, Vorsicht“ den Rücken stärke. In „Spiegel online“ zitiert daraufhin der Autor Reinhard Mohr Ibsen, Strindberg und Wedekind, weist auf die Geschichte der Familie als „Terrorgemeinschaft“ hin und schreibt, die einzig wirklich intakten Familien gebe es in der islamischen Welt, mit bekannten Folgen …

So ist das in Deutschland. Es fängt an mit dem Vorschlag, auch Väter könnten doch, wenn sie wollten, zwei Monate lang Windeln wechseln und Fläschchen wärmen – sie würden sogar Geld dafür bekommen. Aber schnell haben wir eine Debatte über Entmannung, die Faulheit der Frau im Allgemeinen sowie Fluch und Segen der Familie.

Unter bevölkerungspolitischen Aspekten würde ich den Vorschlägen des Herrn Klingholz gerne noch den Rat an die Deutschen hinzufügen: Lesen Sie nicht zu viel von dem Quatsch! Es lenkt vom Wesentlichen ab, glaube ich.

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