Politik : Und was mache ich jetzt? Von Axel Hacke

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Regierung will Fettleibigkeit eindämmen“, das war die Schlagzeile der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zum „Nationalen Aktionsplan Fit statt fett“ der Minister Schmidt und Seehofer. (Kollege Gabriel hält sich als Patenonkel und Trimm-dich-Siggi bereit, sobald Knutilein zu groß für ihn geworden sein wird; Knut würde dann den Minister nicht mehr als Paten, sondern als Hauptspeise betrachten, was die Gefährdungslage eines unserer Wertvollsten ins Inakzeptable steigern würde, aber das nur nebenbei.) National! Aktionsplan! Es geht los, jetzt. Eindämmung der Schwartenflut. Öffentliche Fettverbrennung. Zusätzliche Mittel aus allen Haushalten. Die Schlacht gegen die Adipositas.

Die Regierung teilt mit, jeder Bürger solle 3000 Schritte am Tag zusätzlich unternehmen. Da wird man mit Freiwilligkeit nicht weit kommen. Wenn wir 3000 Schritte mehr als bisher gehen sollen, muss man zunächst feststellen, wie viele Schritte jeder von uns bisher pro Tag machte: Bestandsaufnahme! Analog zur Steuererklärung wäre der Bürger zu verpflichten, seine Tagesschrittzahl zu erfassen. Eine Schritterklärung abzugeben. Wo? Bei einer zu errichtenden Bundesfettagentur und den lokalen Körpergewichtsmeldestellen. Hier wird auch die Steigerung der Schrittmenge nachzuweisen sein, ein jährlicher Schrittbescheid hat zu ergehen, gez. Dickhaut, Ltd. Oberfettrat.

Ministerin Schmidt spricht, so die „Frankfurter Allgemeine“, „von einer beabsichtigten Verringerung der Übergewichtigen um 20 Prozent“. Am einstigen Minister Fischer haben wir gesehen, was das im Einzelfall bedeuten kann, wir mussten auch erkennen, wie schnell ein solches Personenfünftel wieder am Leibe sein kann, die Ernährungswissenschaft spricht vom „Joschka-Joschka-Effekt“, den es unter allen Umständen für immer auszuschalten gilt.

Die Regierung plant deshalb, durchzusetzen, dass in Restaurants, Zügen und Flugzeugen „gesunde Alternativen“ auf den Speiseplan kommen. Wäre es nicht besser, hier aus der Bekämpfung des Rauchertums zu lernen? Essen in Restaurants, Zügen und Flugzeugen überhaupt zu verbieten? Wer essen will, soll gefälligst vor die Tür gehen, wo ihn jeder sehen kann und wo es den Kontrolleuren der Bundesfettagentur leichter fällt, (analog zu Führerscheinkontrollen) schnelle Schrittzählerüberprüfungen durchzuführen.

Man muss bedenken, dass Produktion und Verzehr von Lebensmitteln mit Entstehung von Kohlendioxid und Methan verbunden sind. Wer jetzt noch isst, vernichtet die Lebensmöglichkeiten auf der Erde. Der Nationale Aktionsplan und das Kyoto-Protokoll gehen also Hand in Hand. Deshalb auch von dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unsere Regierung für die schlüssige Konzeptionierung eines jeden Einzelnen einbeziehenden Weltrettungsplanes.

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